Von Ford V4 wieder zurück auf Wankel

in

Hallo,

Ich habe den Ro 80 von Laurent Gautheron gekauft, der im aktuellen Clubheft inseriert ist.

Der Ro 80 ist rostfrei und Baujahr 1969 (Fahrgestellnummer 3800111905)

Es ist ein Ford V4 eingebaut.

Getriebe ist original.

Laut Laurent ist der Motor verschlissen.

Also wieder auf Wankel zurück.

Was würdet Ihr bei der Umrüstung gleich mit erledigen oder beachten?

Welchen Typ Wankelmotor sollte man einbauen ?

Welche Zündung?

Welcher Typ Vergaser?

 

Bin für jeden Hinweis dankbar, da Neuling.

Originalität ist mir nicht so wichtig, Hauptsache zuverlässig.

 

Gruß

Henning

 

 

Moin Henning,
bau doch einfach alles auf original zurück, ändern kannst Du dann immer noch...
Oder: Es gibt Wankel Flugzeug Motoren, das passt doch perfekt zu Dir...

Merke: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch Kammervolumen!

Moin Arne,

gar nicht so einfach, die Änderungen sind schon erheblich.

Vor allem die Elektrik im Motorraum ist total verbastelt.

Eventuell bleibt auch erstmal der Ford drin.

Ich halte auch so etwas für erhaltungswürdig, wenn es gut gemacht ist.

Mal sehen, was der TÜV dazu sagt und wie sich der Ro 80 mit dem Motor fährt.

 

Von Wankel Flugzeug Motoren würde ich die Finger lassen.

Das ist alles ziemlicher Murks, was da gebaut wurde.

 

Gruß

Henning

 

Bild von Christian von Klösterlein

HenningDE schrieb:

Ich halte auch so etwas für erhaltungswürdig, wenn es gut gemacht ist.

Henning

Auch ein zu respektierender Standpunkt: von den diversen Umbauten (Ford V4, Audi, ...) je ein Exemplar als Ausdruck des Zeitgeistes erhalten.

 

 Original ist schön, man muß es aber nicht übertreiben

Bild von Christian von Klösterlein

 

Henning, ich stimme Arne zu:

So original wie möglich.

 

Aber aufpassen: bis 08-1969 hatte der Ro den 4-Kerzen-Motor, ab 09-1969 den Einkerzer. Zu diesem Zeitpunkt war auch der Übergang von Bilux- auf Halogenscheinwerfer.

Und ich würde auch auf andere Dinge achten die zum Baujahr gehören.  

 

Bei Fragen würde ich mich an einen Experten wenden, z.B. Andreas Meyer.

 

 

 Original ist schön, man muß es aber nicht übertreiben

Hallo Christian,

Laut Fahrgestellnummer und Erstzulassung hatte er bereit den Einkerzer.

Es sind Bilux Scheinwerfer montiert, Baudatum ist der 13.10.1969 (Ein Montag).

Das Fahrzeug wurde direkt nach Frankreich ausgeliefert.

Am meisten erstaunt mich, das der Ro 80 tatsächlich keinen Rost hat.

 

Gruß

Henning

 

Bild von Guido

Hallo Henning !

Du hast schon Recht: so ein Teil sollte man zum Laufen bringen und aufheben (können) ! Es gibt sicher kaum noch welche !

 

Aber: !!

 

Das Beste am Ro ist m.M. nach der Motor ! Und den solltest Du auf jeden Fall fahren.

Es gibt ja einige Mitglieder, die viele Ro's haben.   Vielleicht tauscht ja jemand ??(evtl. Danny Marquardt?).

Dann hast Du wenigstens einen richtigen Ro80 !

 

Es muß nicht alles original sein !

Bild von Matthias vom Bodensee

Hallo,

 

Ro80 mit V4-Motor sind selten und gehören irgendwie auch zur Geschichte des Wagens mit dazu. Mancheiner mag die Nase rümpfen, wenn er mitbekommt, dass ein V4 da vorne werkelt.

Ich wusste mal von einem Ro80 im Raum Karlsruhe, der einen 4-Zylinder Audi Motor (nicht der uralte Mitteldruckmotor aus dem ersten Audi 100) eingebaut hatte ans Originalgetriebe und damit in der Stadt und im näheren Umkreis gefahren ist und für Langstrecken den normalen Ro80 benutzte.

Kurz gesagt: ich finde es nicht schlecht, wenn solche Fahrzeuge auch erhalten bleiben. Guido Rapsch hatte mir vor einigen Jahren mal Bilder gesendet von einem weißen Ro80 mit Reihenfünfzylinder!! Sowas kannte ich bis dato auch noch nicht und ich war überrascht, dass der da überhaupt rein gepasst hat. Schlau gemacht, auch wenn der 5-Zylinder zwar nen schönen kernigen Klang hat, aber nicht wirklich zum Ro80 passt. Wenn das Fahrzeug sonst in Top Zustand ist und die Einbauarbeiten so gestaltet wurden, dass sie auch  einigermaßen gut aussehen, dann kann man über hingepfuschte Elektrik hinweg sehen. Die kann man ja auch gescheit anfertigen. Und nicht nur Ro80 mit Motorumbau sind an der Elektrik verpfuscht. Mein 74er lief teilweise mit überbrückten Sicherungen und Klingeldraht, als ich ihn bekam! Das hat also nichts zu sagen.

 

Ob Dein Motor wirklich defekt ist, lässt sich beim V4 ja ganz leicht feststellen. Handelsüblichen Kompressionsprüfer dran und gucken, was er für Werte hat. Wenn die Kompressionswerte zu gering sind, kann man auch eine sogenannte Druckverlustprüfung machen, bei der man ermittelt wo der Kompressionsdruck abhaut. Es müssen nicht immer die Kolben sein.

Steht der Motor auf Zünd-OT und man gibt Pressluft auf den Zylinder und es kommt am Auspuff ein Luftstrom heraus, sind die Auslassventile nicht dicht, umgekehrt die Einlassventile, wenn es am Vergaser raus bläst. Wenn die Kolbenringe defekt sind drückt der normal die Druckluft ins Kurbelgehäuse (ein Teil ist auch bei gesundem Motor normal).

Mit ein paar Spritzern Öl in den Brennraum kann man dann sehen, ob sich der Druckverlust reduziert.

Mehr wie 20% Druckverlust sollten es generell aber nicht sein sonst kann man von einem Defekt ausgehen (Einlaßseite, Auslaßseite, Kolben).

 

schöne Grüße

Matthias

 

Danke für die Info,

ich hatte lange Zeit mit Flugzeugmotoren zu tun (Cessna, Piper, usw.). Da ist eine Druckverlustprüfung jährlich vorgeschrieben.

Die schlimmsten "Kupferwürmer" habe ich schon beseitigt und der Motor läuft eigentlich nicht schlecht.

Es ist aber schon ein "rauher Geselle", zum eleganten Ro 80 passt der Motor nicht.

Ich habe herausgefunden, das es sich bei dem Motor nicht um einen Ford "Essex" V4 handelt, wie Laurent angenommen hat, sondern um einen Ford "Köln" V4. Am Motorblock finden sich nur wenige Hinweise, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es hier mit einem 1,7 L HC V4 mit 75 PS zu tun habe, der z.B. im 17M oder im Capri 1 eingebaut war.

In den französischen Papieren ist so gut wie nichts dazu eingetragen, nur die "Leistung" in Steuer-PS: 12CV.

Das kann man, soweit mir bekannt, nicht auf irgendetwas gängiges umrechnen.

 

Ich nehme an, das die Fahrleistungen nicht unbedingt berauschend sind. Eventuell mehr Drehmoment unten raus, aber weniger Endgeschwindigkeit.

Es wäre schön, wenn sich jemand meldet, der ein gleiches Fahrzeug hat. In der Fahrzeugliste vom Verein sind ja einige verzeichnet. Nur wem gehören sie?

 

Gruß

Henning Dammann-Emden

 

Bild von Matthias vom Bodensee

Frag mal den Arjan Hogesteder in München.

Soweit ich weiß fährt sein Vater einen rhesedagrünen 76er oder 77er mit Ford V4 Motor.

 

schöne Grüße

Matthias

Moin Henning,
die Umbauten auf Ford V4 Motoren waren hier schon vor vielen Jahren ein Thema, weil die meisten von einer Firma "Hotz" oder so ähnlich ausgeführt wurden.
Die ausgebauten KKM wurden dann später dem Club zum Kauf angeboten...
Diese Umbauten wurden wohl sehr ordentlich ausgeführt, ganz im Gegenteil zu so manchen Audimotor Fummelleien.
Wenn er damit hier Zulassungs fähig ist, lass ihn so.

Merke: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch Kammervolumen!