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Alternative für vordere Stoßdämpfer neue Ausführung

Hallo zusammen,

 

bei meinem Ro mußte ich im letzten Jahr einen defekten vorderen Stoßdämpfer feststellen. 

Über den Club sind natürlich neue Bilstein Stoßdämpfer in Originalqualität erhältlich.

Einzig der Preis schreckte mich etwas ab. Und so habe ich nach einer Alternative gesucht.

Dazu war ich schon bei meinem RX-5 gezwungen gewesen, für den es schon seit Jahren weder bei Mazda noch im Zubehör passenden Ersatz gibt und für den sich schließlich vom Volvo 240 Stoßdämpfer adaptieren ließen.

Für den Ro80 konnte ich jetzt ebenfalls alternative Stoßdämpferpatronen ausfindig machen (vom VW Golf) und auch schon erfolgreich einbauen.

Sie unterscheiden sich vom Original in folgenden Punkten:

-Die Kolbenstange hat 20 mm Durchmesser statt wie beim Original 22 mm. Für den Anschlagpuffer muss daher ein Adapter-Ring (ein einfacher PVC-Schlauch genügt) auf das obere Ende der Kolbenstange gesteckt werden, damit er in der oberen Position fixiert bleibt, er würde sonst nach unten durchfallen.

-Das Original Domlager kann nicht mehr verwendet werden. In der Regel sind die Original Domlager aber ohnehin defekt und müssen sowieso ersetzt werden. Es ist zwingend das hinlänglich bekannte BMW-Domlager zu verwenden. Das passt perfekt zum Stoßdämpfer, es ist keine Distanz-Hülse zur Montage nötig, wie es bei Original Stoßdämpfern der Fall ist.

-Die Kolbenstange ist ca. 17 mm kürzer als das Original, dementsprechend verkürzt sich der Ausfederweg um diesen Betrag. Habe diesbezüglich aber noch keine negativen Auswirkungen feststellen können.

Positiv ist hingegen, daß die Staubschutzlappen der Spurstangen jetzt nicht mehr einreißen, wenn man das Fahrzeug aufbockt.

-Die Patrone ist etwa 25 mm kürzer als der originale Dämpfereinsatz. Damit die neue Patrone trotzdem spielfrei im Stoßdämpferrohr sitzt, muß ein Abstandshalter eingelegt werden (eine einfache Mutter mit der richtigen Höhe genügt).

-Die einzige tatsächlich notwendige Modifikation: Die neue Patrone hat einen Außen-Durchmesser von 42 mm. Das Stoßdämpferrohr hat über dem unteren Federteller eine Einschnürung und weist dort nur einen Innen-Durchmesser von 41 mm auf.

Diese Stelle muss minimal aufgefeilt werden. Von außen nicht zu sehen und eine Rückrüstung auf Original-Teile ist weiterhin uneingeschränkt möglich.

-Für die Abdichtung des Stoßdämpferrohrs muss ein Dichtring in die Verschluss-Schraube eingesetzt werden. Beim Original übernimmt diese Funktion der Simmerring des Stoßdämpfereinsatzes.

Dieser Dichtring ist leider das einzige Teil, für das ich im Moment noch keine vernünftige Einzel-Bezugsquelle habe. Im Moment könnte ich aber bei Bedarf aus meinem Bestand Dichtringe anbieten, da ich eine größere Menge abnehmen mußte. 

Vorteile dieser Lösung m.M. nach:

-Auf absehbare Zeit sollten Teile problemlos verfügbar sein, da die Stoßdämpfer von einem recht häufigen Fahrzeugtyp stammen.

-Es sind verschiedene Preis- und damit Qualitätsstufen im Zubehör erhältlich, sowohl als Öl- oder Gasdruck Stoßdämpfer, bis hin zu "Sport" Dämpfern.

-Eine Rückrüstung der Federbeine auf die Original Boge-Teile bzw. die beim Club erhältlichen Bilstein-Dämpfer ist nach wie vor problemlos möglich.

Bei uns am Stammtisch Koblenz sind schon zwei Fahrzeuge umgebaut. Da wir am Stammtisch auch ein Fahrzeug mit den Bilstein-Dämpfern haben, konnte auch eine Vergleichsfahrt durchgeführt werden. Die Bilstein Dämpfer sind im Vergleich sportlich straffer, die Golf Dämpfer komfortabler.

Wer Interesse daran hat, diesen Umbau auszuprobieren: Einen kompletten Einbausatz (zwei Stoßdämpfer, die schon umgebauten BMW Domlager und die weiteren Kleinteile) kann ich zum Selbstkostenpreis von 220€ abgeben, inkl. Einbau-Anleitung.

Falls gewünscht, kann ich die Einbau-Anleitung mit der Teileliste dem Club auch gerne als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung stellen. 

Mit rotierenden Grüßen, Marc André

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Comments

Hallo zusammen,

 

ich möchte ausdrücklich davor warnen, das ohnehin schon dünne Dämpferrohr an der Engstelle aufzuweiten!

 

In den letzten Jahren ist es vermehrt vorgekommen, dass die Dämpferrohre in genau diesem Bereich reißen bzw. brechen, bedingt durch Korrosion. Da dort der Faltenbalg befestigt ist und scheuern kann, weist der überwiegende Teil der Dämpferrohre in diesem Bereich mehr oder weniger starke Korrosion auf und ist ohnehin schon geschwächt. Zu stark korrodierte Dämpferrohre sollten auch für passende Bilstein-Patronen nicht mehr verwendet werden. Ein Auffeilen von innen bedeutet noch eine weitere Schwächung. 

 

Ich kann nur dringend davon abraten!

 

Rotierende Grüße
Andreas Meyer

In reply to by Andreas Meyer

Hallo Andreas, 

 

klar, außen schon stark korrodierte Dämpferrohre sollte man so oder so nicht mehr nehmen und ersetzen.

Intakte Dämpferrohre (mit nur leichtem Oberflächenrost) sollte man aber problemlos "aufweiten" können. Was man an Material wegnehmen muss, damit die Patrone passt, ist wirklich marginal (überhaupt schon mal ausprobiert?). Da ist eine Schwächung durch starken Rost von außen wahrscheinlich viel kritischer und auch materialabtragender.

Ich hätte den Umbau hier auch nicht gepostet, wenn jetzt nicht zwei Fahrzeuge den Sommer über problemlos gelaufen wären. Von Rissen oder Brüchen ist nichts zu sehen, die Dämpferrohre hatten aber auch von außen nur den üblichen Flugrost. 

 

Woran machst Du aber Deine Aussage "das ohnehin schon dünne Dämpferrohr" fest? Weil bei einigen wenigen Fahrzeugen, die wahrscheinlich ungepflegt und im jährlichen Dauereinsatz seit nun etwa 50 Jahren unterwegs sind, stark korrodierte Dämpferrohre zu finden sind?

Du unterstellst damit eine konstruktiv schon zu schwach ausgelegte Ausführung. Wenn ich mir die Dämpferrohre anderer Fahrzeugtypen aber ansehe, so ist die Materialstärke durchweg identisch und  beim Ro80 nicht außergewöhnlich dünn, sondern wie allgemein üblich ausgelegt. Da dürfte generell so viel Sicherheit hineinkonstruiert sein, dass etwas Rost von außen oder eben etwas wegfeilen innen nichts ausmacht (sofern dann natürlich nicht noch starke Korrosion von außen dazu kommt).

Im Übrigen könnte man alternativ natürlich auch die Dämpferpatronen abschleifen. Etwas mehr Aufwand, aber viel Material muss sowieso nicht runter.

Oder aber wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte: Man könnte von außen auch die Einschnürung mit einer Schweißnaht auffüllen, das hält dann auch bei Alltagswagen die nächsten 50 Jahre. 

 

Mit rotierenden Grüßen,

 

Marc André

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In reply to by KKM624

Hallo Marc André,

 

wir haben ja auch Originaldämpfer im Lager, die von einem Dämpfer-Hersteller überholt wurden. Der überwiegende Teil der Altteile, die wir im Tausch zurückbekommen haben, zeigen in dem Bereich "Faltenbalg-Wulst" stärkere Korrosion. Alle Dämpferrohre werden sandgestrahlt und nach dem Sandstrahlen werden mindestens 20% aussortiert.

 

Dämpferrohre, die in diesem Bereich keine Korrosion aufweisen, sind die absolute Ausnahme. Das hat, nebenbei erwähnt, m. E. nach auch nichts mit mangelnder Pflege zu tun... Um diesen Bereich "zu pflegen" müsste man das Auto regelmäßig freiheben, den Faltenbalg aushängen und darunter putzen... Das macht doch niemand...

 

In den letzten fünf Jahren sind mir drei Fälle bekannt, in denen die Dämpfer an dieser "Schwachstelle" korrosionsbedingt gebrochen sind. Und es wird sicher weitere Fälle geben. Von daher kann ich nur von einer weiteren Schwächung in diesem Bereich abraten. 

 

Rotierende Grüße
Andreas Meyer