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Pulldown-Membran am Vergaser 32 DDITS wechseln

Hallo in die Runde,

 

ich möchte einen 32 DDITS Vergaser wieder fit machen. In meinem Ro (Bj 76) ist einer verbaut, dessen Oberteil mit den Starterklappen möchte ich gegen einen Ersatz austauschen. An diesem Ersatz muss ich die Pull-Down-Membran an der Startautomatik wechseln. Bild 1 zeigt den Schieber, an dem die Membran zwischen 2 Metallscheiben eingeklemmt ist. Dazu einige Fragen:

  1. Wie bekommt man die Metallscheiben auseinander? Allzuviel Kraft wollte ich jetzt nicht anwenden, aber die Scheiben sitzen erst mal fest, geschraubt ist da wohl auch nichts.
  2. GGf. tauscht man den gesamten Schieber (Welle+Membran) aus. Ein Reparaturset hat die Teile in Bild 4 enthalten. Dann frage ich mich aber, wie man die alte Welle herausbekommt. Auch hier wollte ich keine Gewalt anwenden. Aber so einfach geht es wohl nicht. Außerdem ist an dem Ersatzteil eine kleine Schraube, die ragt deutlich mehr über die Befestigungsscheibe der Membran hinaus, als beim Originalteil. Stört das oder spielt das keine Rolle?
  3. Dann ist da noch die in Bild 2/3 dargestellte Feder. Bei meinem Originalvergaser war die drin und sorgt dafür, dass sich der Schieber bei fehlendem Unterdruck wieder in seine Ausgangsstellung bewegt. Bei meinem Ersatzvergaser fehlt sie. Hat jemand eine Idee, wo man so ein Teil bekommt?  Zur Not kann ich die vorhandene nehmen, ich wollte aber möglichst komplette Komponenten tauschen und nicht zusätzlich irgendwelche Einzelteile.

 

Schon einige Fragen. Es wäre nett, wenn jemand weiß, wie das mit dem Membranwechsel geht. 

 

Viele Grüße

Thomas

TL

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Comments

Hallo Thomas,

die Pull-Down-Membran zu tauschen ist in der Tat eine kleine Herausforderung.

 

Aber zunächst ein wichtiger Aspekt: Wenn Du den Kopf mit Thermoelement/Starterklappen von einem anderen Vergaser nimmst, dann ist es (dem Grunde nach) notwendig die Verbindungsstange zwischen Drossel- und Starterklappe mit Werkzeug 20 - 553 einzustellen und die dort genannten weiteren Schritte zu beachten! Schaue hierzu ins Reparaturhandbuch Seite 80 / 97 ff. 

Zur Pull-Down: 
"Alte Hasen" biegen das abgerundete Ende vom Betätigungshebel der Zugstange des Pull-Down Stößel, zunächst zur Entnahme in Richtung außen, bei der Montage des neuen Stößel/Membrane dann nach innen. Dies kann, wie von einiger Zeit mir und Jürgen Meyer an einem schon teilweise von Theo Drießen überholten Vergaser passiert, leider aber auch dazu führen, dass die Starterklappenwelle sich leicht verbiegt. Wenn hierdurch die unbedingt erforderliche Leichtgängigkeit der Welle nicht mehr gegeben ist, ist der Vergaserkopf lediglich noch ein Fall für einen Profi, oder gar die Mülltonne.

 

Ich habe bei den letzten Revisionen die Welle ausgebaut, das ist zwar einiges an Mehraufwand, schont aber das Material. Hier unbedingt auf Sitz und Positionierung der Rückdrehfedern hinter den Betätigungshebeln der PDM / Bimetallschnecke und auch der hinter der Startraste achten!

 

Zu Deinen Fragen:

1: Die originale PDM ist genietet, sie zu trennen bedeutet ihre Zerstörung, Du kannst es interessehalber versuchen, da der alte Stößel nicht wieder verwendet wird ist eine Zerstörung hinnehmbar

 

2: Der größte Teil ist oben erklärt. Das im Gegensatz zum Niet weitere "Herausragen" der Schraube ist underheblich, ggf. kommt Abbildung 2 auf Seite 81 zum Tragen / ff auch Seite 101 aber ACHTUNG, die benannte Einstellschraube "z" haben nur die Versionen mit der rein elektrisch beheizten Startautomatik, die musst Du nicht verzweifelt suchen.

3: Die Feder habe ich im Shop nicht gefunden, nimm doch einfach die die Du hast.

 

Viel Spaß beim Basteln und Fluchen!

 

 

 

03/70 Cosmoblau 07/70 Gletscherweiß 06/72 Lotosweiß 01/73 Spanischgrün 10/74 Bananagelb

In reply to by Sascha Scheben

Lieber Sascha,

vielen Dank für Deine Ratschläge und auch das ausführliche Gespräch heute Abend.

 

Ich möchte meine Lösung des Problems bekannt geben, damit alle etwas davon haben.

Ich einem anderen Forenbeitrag habe ich einen Hinweis gefunden, wie es geht: Man entfernt die Mutter am Ende der Starterklappenwelle (gegenüber dem Wasseranschluss) und achtet darauf, dass die dort befindliche Rückstellfeder nicht irgendwohin fliegt. Dann lässt sich die Welle ein winziges Stück (mehr) bewegen und mit leichter kraftanwendung lässt sich der Schieber (Stößel) an dem abgerundete Ende des Hebels, der auf der Welle sitzt, vorbei ziehen und ist frei. GGf. mit einem Schraubenzieher am Schieber etwas nachdrücken.

Die Membran ist durch 2 Metallscheiben eingeklemmt, die vordere ist mit dem Schieber vernietet. Mit einer Drehmaschine kann man die Nietstelle abdrehen und so die 2 Metallscheiben und die Membran lösen. Jetzt kann man in den Zapfen am Schieber, der nach Abziehen der beiden Metallscheiben stehen bleibt, ein M3-Gewinde hineinschneiden und die beiden Scheiben mit einer neuen Membran dazwischen durch eine geeignete Schraube festschrauben, ggf. Senkkopf.

Alternativ kann man auch einen neuen Stößel (Schieber) verwenden, der typischerweise in Reparatursets mitgeliefert wird. Auch hier kommt eine M3-Schraube zum Einsatz. Bei meinem Reparaturset waren die Scheiben aussen nicht abgerundet, die originalen Scheiben sind es. Vermutlich fördert eine Abrundung der Scheiben die Lebensdauer der Membran.

Der Deckel der Membran besitzt eine Schraube, oft mit einem Sicherheitslack versehen. Es macht wohl Sinn, diese Schraube um ca. die Dicke des M3-Schraubenkopfes herauszudrehen (1,5 - 2mm). Damit wird die Stärke des M3-Schraubenkopfes gegenüber der originalen Vernietung ausgeglichen.

Wenn diese Hinweise jemandem helfen, freut es mich.

 

Im Übrigen danke ich Sascha für den Hinweis, dass die Verbindungsstange zwischen Drossel- und Staarterklappe neu eingestellt werden sollte (muss). Ich wäre jetzt glatt davon ausgegangen, dass die Teile identisch sind und deswegen alles automatisch passt. Möglichweise ist das zu einfach gedacht.

 

Viele Grüße

Thomas

TL

In reply to by Thomas Leibfried

Thomas Leibfried schrieb:

Lieber Sascha,

vielen Dank für Deine Ratschläge und auch das ausführliche Gespräch heute Abend.

 

Ich möchte meine Lösung des Problems bekannt geben, damit alle etwas davon haben.

Ich einem anderen Forenbeitrag habe ich einen Hinweis gefunden, wie es geht: Man entfernt die Mutter am Ende der Starterklappenwelle (gegenüber dem Wasseranschluss) und achtet darau

Hallo Thomas,

wenn Du schon schon das Gestänge wieder einstellt, dann kannst Du auch die Pulldownmembrane korrekt, wie im RL beschrieben, einstellen. Ob die alte Position korrekt war, ist ja nicht sicher.

Viele Grüße

Jürgen 

In reply to by Thomas Leibfried

Hallo Thomas,

das ausführliche Lob tut gut, dankeschön! (die hierfür ausgehandelte Gratifikation kannst Du Dir beim Herbsttreffen in Lohr abholen) 

Einen Punkt möchte ich noch aufgreifen: Auf Deinem 4. Foto zeigst Du die Reparaturlösung der PDM die der Club verkauft. Die Alu-Scheiben sind durchaus abgerundet oder haben zumindest an einer Seite (so eine hatte ich zuletzt) eine gebrochene Kante. Auf dem Foto ist die Scheibe falsch herum montiert, die Abrundung soll (zwecks deren Schonung) zur Membran zeigen. Wenn man es ganz genau nehmen möchte, könnte man die Kante auch noch etwas polieren, wenn. . . 

 

Die ganzen Justierungen und Einstellungen die laut Rep.-Handbuch zu erfolgen haben, ich weiss nicht, ob die alle noch ihre Berechtigung haben. Man geht dort von neuem oder recht jungem Material aus, bei den im Ro verbauten Teilen steht mittlerweile aber ein Alter zwischen 49 und 59 Jahren auf der Uhr. Ob da noch jedes Zehntel Anwendung finden muss???

03/70 Cosmoblau 07/70 Gletscherweiß 06/72 Lotosweiß 01/73 Spanischgrün 10/74 Bananagelb

Hallo Sascha,

sehr gut beobachtet. Ich habe die 2 Scheiben falsch herum zusammen geschraubt (Bild 4). Die Seite mit der Abrundung muss an der Membran sein.

Der Teufel liegt im Detail.

 

Auch für den Hinweis mit dem RL danke ich.

 

Interessant ist vielleicht auch noch, warum ich den oberen Teil meines Vergasers tauschen wollte. Bei meinem Ersatz-Vergaser liegen Kurvenscheibe und äußerer Hebel, der über einen inneren Hebel die Beschleunigerpumpe betätigt, über die Federkraft der Pumpe aneinander an, linkes Bild (Gaspedal nicht betätigt). Bei dem Vergaser in meinem Ro ist das nicht so, rechtes Bild (sorry, das Bild ist verdreht, ich glaube aber, man erkennt das Wesentliche). Vergleicht man die Bilder, so fällt auf, dass der äußere Habel an meinem Ro-Vergaser (deutlich) nach unten gebogen ist. Dadurch wird die Beschleunigerpumpe zunächst etwas verzögert und vermutlich insgesamt weniger betätigt. 

Ich gehe davon aus, dass der Sollzustand dem linken Bild entspricht. Meine Vermutung ist, dass in der Vorzeit jemand den Einsatz der Beschleunigerpumpe etwas entschärfen wollte, wohl mit dem Ziel Kraftstoff einzusparen. Alternativ hätte man auch eine modifizierte Kurvenscheibe verwenden können. 

Es wäre einmal interessant zu wissen, wie das bei anderen Ro 80 aussieht. Direkt sehen kann man es im eingebauten Zustand des Vergasers nicht gut, geschickterweise macht man ein Foto mit dem Handy. Vielleicht gibt es ein paar Hinweise aus der Community.

 

So, und jetzt wollte ich den oberen Teil des Vergasers tauschen, um zu sehen, ob sich beim Fahren mit dem Sollzustand ein deutlicher Unterschied zeigt. (Sicher, zurückbiegen des Hebels wäre eine Variante, wollte ich aber zunächst bewusst nicht, um den "optimierten" Zustand zu erhalten. Vielleicht hat da einer gewusst, was er tut.)  

 

Viele Grüße

Thomas

TL

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