Flachstromvergaser Solex 18/32 HHD zerlegen

Bild von Willi D.
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Hallo,

 

ich habe noch einen Flachstromvergaser 18/32 HHD rumliegen. Um mich überhaupt mal mit Vergasertechnik auseinanderzusetzen, möchte ich den zerlegen, reinigen und wieder zusammenbauen.

 

 

 

Bevor ich anfange wollte ich hier mal fragen, ob es irgendetwas gibt, was ich dabei auf gar keinen Fall tun sollte. Vergasermäßig habe ich keine Ahnung, es handelt sich gewissermaßen um ein Forschungs- und Fortbildungsprojekt.

 

 

 

 

An den Leerlaufregulierschrauben befindet sich rotes Wachs oder Lack. Hatte das irgendeinen Sinn, z.B. zur Fixierung? Oder war das eine Bastelei eines Vorbesitzers?

 

Außerdem habe ich am Vergaserdeckel so ein kleines Metallschildchen mit Nummer entdeckt.

 

 

Kann man da irgendwelche Rückschlüsse daraus ziehen?

 

Im Club-Shop gibt es den Reparatursatz und die Funktionsbeschreibung, das ist mir bekannt.

 

Ein Ultraschallbad habe ich keines. Aber könnte man die Teile zur Reinigung beispielsweise in Zitronensäure legen?

Oder ist es sinnvoller alles mit Bremsenreiniger, Waschbenzin, Zahnbürste zu machen?

 

Bin für Tipps und Warnhinweise dankbar.

 

Viele Grüße

Klaus

Bild von BW1980

Hallo, ein Ultraschallbad wäre schon hilfreich. Es muss aber schon gross sein um einen Vergaser aufzunehmen. Zum Reinigen kann ich dir ;; Tickopur R33,, empfehlen.

Essig oder Zitronensäure sind zu scharf. Bremsenreiniger bringt nichts.

 

Drosselklappenreiniger geht auch noch, aber teuer.

 

Ich habe mir vor Jahren ein grosses Ultraschallbad mit Heizung zum Reinigen meiner verschossenen Patronenhülsen gekauft. Hat sich beim Ro auch bezahlt gemacht.... Vergaser , Motorteile (kleine)

 

Gruss Holger

Bild von Imploder

Ein Ultraschallbad ist gerade bei einem so verkokten Vergaser unbedingt nötig.
Man glaubt es erst, wenn man den Bodensatz gesehen hat, was sich da herauslöst.
Meist sind die Vergaser auch eingetrocknet und die schwarzen, teerartigen Rückstände des Benzins gehen mit praktisch keinem Lösungsmittel mehr komplett raus, lösen sich aber im Betrieb dann stückchenweise ab und verstopfen die Düsen.
Dann schwimmen sie im Stand wieder zurück, alles scheint zu passen und während der Fahrt werden sie wieder in Richtung Düse gezogen usw.
Das kann zu enormen Wutanfällen füren...

Auf alle Fälle müssen noch alle Dichtungen neu gemacht werden.
Der rote Lack ist eine Art "dreh hier nicht rum" Versiegelung. Ist egal, da sowieso alles neu eingestellt werden muss.
Das Metallschild gibt normalerweise die Ausführungsvariante und Seriennummer an, beim RO scheint es rein die Seriennummer zu sein, der Vergaser passt ja auch sonst nirgendwo...

Bild von Imploder

Imploder schrieb:

Das Metallschild gibt normalerweise die Ausführungsvariante und Seriennummer an, beim RO scheint es rein die Seriennummer zu sein, der Vergaser passt ja auch sonst nirgendwo...

 

Ich muss ich korrigieren, E15895 gibt tatsächlich die RO80-Ausführung an.

Bild von rekord

ist diesen Vergasser einer mit Bypass..

 

... oder ohne Bypass?

 

MfG

Alexander

Bild von Sascha Scheben

Hallo Alexander!

Wie Du auf Deinem ersten Foto richtig mit den Pfeilen markiert hast, handelt es sich um einen 18/32HHD mit Bypass.

Durch diese Röhrchen wird die Drosselkappe der 2. Stufe (32mm) umgangen.

 

Hinweis für alle, die sich einen solchen Vergaser aufbereiten oder ihn überholen:

 

Bei den im Clubshop oder Handel erhältlichen Reparatursätzen kann es sein, daß bei den Zwischendichtungen das Löchlein für den Bypass nicht vorhanden ist und selbst ausgestochen werden muss.

 

Daher die "alten" Dichtungen sorgsam entfernen und das (gegebenenfalls fehlende) Durchgangsloch anhand der vorliegenden alten Dichtung auf die Neue übertragen und ausstechen!

Sascha Scheben, Euskirchen

No Rotor, no Motor! (Hast Du einen Ro-Rotor, hast Du einen ZündTRAFO!)

Bild von Willi D.

Hallo,

 

schon mal vielen Dank für die Hinweise.

Bei meinem Vergaser handelt es sich um die Ausführung ohne Bypass.

 

Grüße

Klaus

Bild von Matthias vom Bodensee

Hallo zusammen,

 

ob mit Bypass oder nicht, der Einsatz der Beschleunigerpumpen sollte nachher synchron laufen und zur richtigen Zeit kommen, sonst haben die Vergaser ein Loch, dass es knallt. Viele behaupten immer, der Choke-Vergaser hätte ein Beschleunigungsloch. In der Tat lässt sich das bei einigen feststellen. Das liegt aber meist an ausgehärteten Membranen und/oder einer falschen Einstellung, die mittels Gradscheibe erfolgen muss  (siehe Reparaturleitfaden).

 

Nichts für ungut, aber die Gasfabrik beim Ro80 bis 1971 ist nicht einfach aufgebaut. Das war wohl auch mit ein Grund weswegen später auf den Fallstromer umgestellt worden ist, der einfacher in der Einstellung und weniger empfindlich ist.

Dafür sind die Choke-Vergaser aber sparsamer.

 

schöne Grüße

Matthias