Leerlauf

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Ich bräuchte einen Ratschlag.

 

Mein 76 hat mich heute mit folgendem Problem überrascht.

 

Ich habe heute vormittag meine neuen Rückenlehnen bekommen und wollte diese natürlich sofort einbauen.

 

Also ab in die Garage und Fahrzeug herausgeholt. Ohne Probleme angesprungen und auf die Strasse gefahren. Lehnen ausgetauscht und danach Fahrzeug umgeparkt. Auto sprang problemlos an, ging ganz kurz auf die notwendigen 1200 Umdrehungen. Dann fiel die Drehzahl im Stand und Leerlauf ziemlich spontan auf 500 Umdrehungen ab und ging dann aus.

Dabei hatte ich der Eindruck, dass der Motor nur auf einer Scheibe.

 

Erstaunlicherweise läuft der Motor unter Last im Fahrbetrieb einwandfrei, dabei muss der Gasfuß aber die Drehzahl auf über 1000 Umdrehungen halten.

 

Ich habe dann alle mir bekannten Ursachen, wie Zündkerzen, Kraftstofferversorgung geprüft und keine Unstimmigkeiten festgestellt. Außerdem habe ich den Vergaser ausgebaut und sorgfätig gereinigt.

 

Leider gab es keine Verbesserung.

 

Vielleicht hat jemand den Tipp der Tipps für mich.

 

Bedanke mich Voraus.

 

Walter

 

Bild von Talheim

Hallo Walter,

hast du die 2 Leerlaufabschaltventile am Vergaser geprüft? Zündung einschalten und an den LAV  Kabel abziehen und wieder verbinden, dann müssen die "klack" machen...also das Ventil hochziehen.. das Sprit durchlaufen kann.

Arne aus Talheim

Bild von wfuf

Hallo Arne,

 

danke für die Info.

 

Werde ich morgen testen und berichten.

Gruß

Walter

 

Leider erfolglos. Beide Ventile schalten.

 

Das ganze dann nochmal von vorne. Leerlaufdüsen raus und ausgeblasen. Benzinversorgung kontrolliert. Alle in Verbindung stehenden Schläuche kontrolliert. Motor mir externer Benzinversorgung über Kanister getestet. Mit anderen Kerzen getestet. Keine Veränderung.

Motor dreht bis ca. 2000 unwillig mit Zündpatschern, danach einwandfrei. Weg vom Gas, dann abfall auf 500-600 mit unrundem Lauf und geht dann aus.

 

Ich vermute, der hat mitbekommen das ich das Wort verkaufen in den Mund genommen habe und rächt sich jetzt.

 

Bin für alle Ideen offen.

 

Walter

Bild von Talheim

Hallo Walter,

schau mal im "alten Forum" unter  Motor   Leerlauf Problem

https://www.ro80club.de/new_forum/viewtopic.php?t=362

Arne aus Talheim

Bild von Imploder

Klingt irgendwie trotzdem nach Vergaser für mich.
Läuft er denn mit Getriebe in Parkstellung noch? Was passiert dann im LL beim Abstecken jeweils eines Kerzensteckers (passende Zange vorausgesetzt, gefährlich)?
Läuft eine Scheibe tatsächlich nicht mit oder beide zu schwach?

Das unwillige Drehen unter 2000 schaut mir nach fehlendem oder viel zu magerem Leerlaufsystem aus.
Dieses überschneidet sich ja mit dem Hauptsystem und 2000 Umdrehungen sind ziemlich genau der Zwert, ab dem das Hauptsystem genug Sprit liefert, um die Scheibe zum Mitlaufen zu bewegen.
 

Bild von Guido

Die leerlaufdrehzahl beim Motor Typ 612 ist mit 1250 U/min angegeben. Drehzahlen von unter 1000 wie beim Schüttelhuber sind beim RO kaum zu erreichen, da ja die Scheitelleisten hauptsächlich durch die Fliehkräfte über die Drehzahl abgedichtet werden.

 

 

Es muß nicht alles original sein !

Bild von Bernhard Stapelbroek

Hallo Walter,

 

Ich fahre auch einen 76 Ro und hatte letztes Jahr das gleiche Problem. Kein vernünftiger Leerlauf und gerade so fahren, immer mit der Vermutung, dass der Motor an jeder Ampel aus geht. Nach einigen Tauschversuchen der Vergaser hatte ich Erfolg, der Leerlauf funktionierte wieder. Da dann dieses Problem auch bei einem anderen Clubmitglied auftrat, habe ich systematisch mehrere Vergaser und Ansaugrohre getestet. Es ist der Leerlaufkanal nach Abschaltventil im Ansaugrohr! Bisher immer die zweite Scheibe. Durch intensives Reinigen und Durchblasen dieser Kanäle erreichte ich wieder einen vernüftigen Leerlauf. In einer OldtimerPraxis stand im Zusammenhang mit E10 Sprit von Oxidationsproblemen in Vergaser, für mich der Grund kein E10 mehr zu fahren, bis heute mit Erfolg!

 

Rotierende Grüße

Bernhard

Bild von Imploder

Interessant! Habe einen Ersatz-DDITS daliegen und werde mir die Konstruktion am Saugrohr mal ansehen.

Am E10 liegt es aber eher nicht.

Ich fahre E10 mit Vergasern seit es E10 gibt. Keine Oxidbildung irgendwo, Im Gegenteil, E10 bindet Wasser und befördert es aus dem Vergaser raus.
Die in der Oldtimer Markt in einem anderen Test in verschiedenen Spritsorten eingelagerten Fordvergaser waren im E10 dann am besten erhalten.
Der Kanal kann ja über Jahrzehnte verstopft worden sein, mit Verstopfungen geht es ab einer gewissen Durchmesserverminderung exponentiell. Man müsste also wieder Jahrzehntelang E10 im Vergleich zu Super + fahren, um eine Aussage treffen zu können.
 

Bild von Ralf

Mit E10 ebenfalls überhaupt keine Probleme. Nur alte Gummiteile könnten Probleme mit dem enthaltenen Spiritus machen.

Und die geschilderten Symptome deuten natürlich auf die Verstopfung eines der beiden Leerlaufsysteme hin.

Dann geht beim Fahren alles prima, im Leerlauf aber nur eine Scheibe, mit der Konsequenz sehr starker Drehzahlabfall und keine Kraft.

 

Bild von wfuf

Erstmal herzlichen Dank an alle.

 

Wie so oft, der Teufel steckt im Detail.

 

Bei der manuellen Kontrolle der Leerlaufabschaltdüsen, Kabel ab, Kabel an, haben beide Ventile normal geschaltet.

 

Bei genauer Kontrolle gab es bei einem Ventil aber immer wieder Aussetzer. Zwischenzeitich gibt es überhaupt keine Funktion mehr.

 

Jetzt wird erstmal ein Neues eingebaut. Dann wird man sehen.

 

Grüße

 

Walter

Bild von wfuf

Nur zur allgemeinen Info.

 

Problem soeben gelöst. Der Fehler lag tatsächlich an einem defekten Leerlaufabschaltventil. Das lustige war, dass bei einem manuellem Test über die Stromversorgung das Ventil geschaltet hat. Beim Laufenlassen des Motors kam es allerdings zu Aussetzern an dem Ventil und damit war kein Leerlauf möglich.

 

Grüße

 

Walter

Hallo Walter,

da ich mit ganz ähnlichen Problemen an meinem 76er Ro zu kämpfen habe: Wie erkennt man denn, wenn es im Betrieb (bei laufendem Motor? oder in der Fahrt?) zu "Aussetzern" des Ventils (und nicht irgendeiner anderen Störung) kommt, obwohl beim nicht laufenden Motor der Test mit Abziehen des Steckers alles OK scheinen läßt?

Für einen Tipp wäre ich dankbar.

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Tilmann Karl

Hallo,

 

einfach mal ein anders Ventil einbauen. Meistens ist es damit behoben.

Die können auch "klacken" und trotzdem keine Funktion haben.

Schwankende bzw. zu niedrige Spannung Spannung kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

Und wenn die Spannung tatsächlich schwanken sollte, dann wäre das gar nicht gut.

 

Grüße

Tilmann Karl

69-padmagrün

 

Bild von Sascha Scheben

Das hört sich irgendwie nach einer schwachen Leitung an, daß im Fahrbetrieb bei fallender / schwankender Spannung, nicht immer die benötigte Stromstärke ankommt. Mit einem neuen Kabel / Klemmen / Steckern ist das Problem wahrscheinlich behoben und auch das "alte" Magnetventil verrichtet wieder seinen Dienst.

Sascha Scheben, Euskirchen

No Rotor, no Motor! (Hast Du einen Ro-Rotor, hast Du einen ZündTRAFO!)

Hmm,

bei laufendem Motor, auch im Leerlauf, sollte die Bordspannung höher sein (ca. 14 Volt) als bei lediglich eingeschalteter Zündung, dafür sorgt die Lichtmaschine. Also müßte es genau umgekehrt sein ...

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Matthias vom Bodensee

Ventile die nicht richtig funktionieren können auch noch eine andere Ursache haben. Es kann passieren, dass die Schraubverbindung in der Ansaugbrücke oxidiert und so zum Ausfall des Ventils führt. Bei Ausbau des Ventils und anschließender Prüfung stellt man dann keine Fehlfunktion fest.

Abhilfe schafft man indem man das Gewinde sauber macht und anschließend die Leerlaufabschaltventile dünn mit Polfett oder Vaseline einfettet, so wird Kontaktkorrosion verhindert und der Stromfluss ist gewährleistet. Im Übrigen gilt das generell auch für die Massepunkte. Man sieht da immer wieder auf Treffen diverse Verschlimmbesserungen indem zusätzliche Massekabel gelegt werden, die vollkommen unnötig sind, wenn die originalen Massepunkte gereinigt sind und so sauberen Kontakt haben.

 

schöne Grüße

Matthias