Mehr Power für den RO 80 möglich?

in

 

Hallo,
 
dieser Beitrag wendet sich in erster Linie an die „High-Performance-Fraktion“!
 
Seit über 30 Jahren bin ich mit einer Hercules Wankel unterwegs. Den RO 80 wollte ich mir früher nicht antun, da er mir zu unzuverlässig erschien.
 
Dank Forum und Club sollte dieses Problem nicht mehr so gravierend sein.
 
Aber jetzt gibt es für mich einen neuen Grund, den RO 80 nicht zu kaufen: Die geringe Leistung.
 
115 PS sind heute nicht mehr die Welt, mein Alltagsauto hat z.B. 170 davon. Nun heize ich nicht ständig mit 240 über die Bahn, aber ordentliche Leistungsreserven sorgen für ein entspannteres Fahren, auch auf Landstraßen.
 
Und jetzt bitte nicht auf mich einschlagen, dass 115 PS ausreichend sind. Meine Meinung und Entscheidung hierzu steht.
 
Nun müsste man dem guten alten RO 80 etwas mehr Power (160+ PS) unter die Haube zaubern.
 
Das ginge wohl nur wie folgt:
 
  • KKM 871
  • Dreischeiben-Motor
  • Mazda-Motor
  • Aufladung mit Turbo oder Kompressor.
 
Ich tendiere zur letzten Möglichkeit, aus technischen und finanziellen Überlegungen.
 
Dazu die Fragen an die Gemeinde:
 
  • Liege ich da richtig?
  • Hat jemand so etwas schon mal gemacht?
  • Ist die (übrige) Technik/Mechanik der Mehrleistung gewachsen?
  • Und was sagen die Herren in den grauen Kitteln dazu?
 
 
Ach ja, bin jenseits der 50 und lebe in der Norddeutschen Tiefebene.
 
Gruß
Hans

Hallo,

 

etwas mehr PS tut dem Ro mit Sicherheit gut und erhöht den Fahrspaß. Das Fahrwerk verkraftet sicher ein paar PS mehr. Ein verstärkter Stabi vorne und zusätzlich ein hinterer Stabi sowie etwas breitere Reifen (mit Felgen) sollten es schon sein. Leider war der Ro nie ein Auto für Tuner, sonst gäbe es sicher alles, was man dazu braucht.

 

Einen Umbau des originalen Motors mit Turbolader hat Peter Deuschle (der aus der OLDTIMER MARKT) gemacht und ist wohl auch recht viel mit dem Fahrzeug unterwegs. Ich habe das Fahrzeug im Frühling 2009 genauer betrachten können und habe mich auch ausführlich mit ihm über den Umbau unterhalten. Der komplette Vergaser (WEBER) ist in einem geschlossenen Gehäuse verbaut, welches durch den Turbolader mit Luft versorgt wird. Dies muss wohl so sein, damit die Öldosierpumpe dem Benzin noch Öl beimischen kann. Ich hoffe, ich hatte Herrn Deuschles Erklärungen richtig verstanden und auch richtig wiedergegeben. Das Fahrzeug war auch mit Saisonkennzeichen zugelassen, also wird der Umbau auch den Segen des TÜV bekommen haben.

 

Von Hurley Engineering in England gab es mal einen Umbausatz auf Mazda-Motoren, ich weiss aber nicht, ob diese Firma noch aktiv ist.

 

Probleme könnte es mit dem Getriebe geben, da ein stärkerer Motor sicher auch entsprechend mehr Drehmoment hat. Die Verwendung eines anderen Getriebes zieht wegen der am Getriebegehäuse befestigten Bremssättel noch weitere Umbauten nach sich. Diese Bauart gab es auch noch beim K70, beim AUDI 100 C1 und bei der Ente.

 

Ich persönlich würde mich für einen Kompressorumbau entscheiden, da der Aufwand vermutlich geringer ist als bei einem Turbolader.

 

Ansonsten bin ich mal gespannt auf die übrigen Antworten aus der "High-Performance-Fraktion".

 

Viele Grüße

Werner

 

Hello Hans,

 

I would opt for a Mazda conversion. Here you get a modern, reliable engine with almost endless power options.

 

A KKM612 turbo conversion would most likely be a one-of-a-kind, unreliable and prone to failure.

  • A Mazda 13B with restricted exhaust would provide 150 HP.
  • A Mazda 13B with free-flow exhaust could provide 200 HP.
  • A Mazda 13B Turbo with restricted exhaust would provide 200 HP.
  • A Mazda 13B Turbo with free-flow exhaust could provide 300 HP.

 

Indeed, with 300 HP your NSU standard gearbox, drive shafts etc. would not be very reliable.

 

Conversion kits are (were?) sold by Paul Declercq. From 2006 price list (most recent?):

 

1.2. Conversion kit for Mazda Rotary 12A + 13B (all) -RENESIS to NSU RO80
 
- Front engine support, flange, balance weight, square plate, pilot,
- Converter oil pump + pulley, support for dito and steering servo oil pump, C.O. pressure regulator, tank, V belts. Price EUR 1,900.-

 

This would be the way to go for me. If a low price is important for you perhaps you can find a used conversion, most likely in Belgium.

 

Best regards from Copenhagen, Bo

 

Bild von Joachim Voss

cadiz schrieb:

Hello Hans,

 

I would opt for a Mazda conversion. Here you get a modern, reliable engine with almost endless power options.

 

A KKM612 turbo conversion would most likely be a one-of-a-kind, unreliable and prone to failure.

  • A Mazda 13B with restricted exhaust would provide 150 HP.
  • A Mazda 13B with free-flow exhaust could provide 200 HP.
  • A Mazda 13B Turbo with restricted exhaust would provide 200 HP.
  • A Mazda 13B Turbo with free-flow exhaust could provide 300 HP.

 

Indeed, with 300 HP your NSU standard gearbox, drive shafts etc. would not be very reliable.

 

Conversion kits are (were?) sold by Paul Declercq. From 2006 price list (most recent?):

 

1.2. Conversion kit for Mazda Rotary 12A + 13B (all) -RENESIS to NSU RO80
 
- Front engine support, flange, balance weight, square plate, pilot,
- Converter oil pump + pulley, support for dito and steering servo oil pump, C.O. pressure regulator, tank, V belts. Price EUR 1,900.-

 

This would be the way to go for me. If a low price is important for you perhaps you can find a used conversion, most likely in Belgium.

 

Best regards from Copenhagen, Bo

 

 

Hallo....

Wer kann diesen Beitrag übersetzen

 

Rotierende Grüße

Joachim

                                          

Bild von Christian von Klösterlein

Also Joachim, kurz zusammengefaßt dann:

cadiz schrieb:

Hello Hans, 

I would opt for a Mazda conversion. Here you get a modern, reliable engine with almost endless power options.

 --> Ich würde Mazda bevorzugen, zuverlässig und viele PS-Optionen.

A KKM612 turbo conversion would most likely be a one-of-a-kind, unreliable and prone to failure.
 --> Ein KKM612 würde eine Einzelanfertigung sein und störungsanfällig.

  • A Mazda 13B with restricted exhaust would provide 150 HP.
  • --> 13B mit Drosselauspuff gibt 150PS.
  • A Mazda 13B with free-flow exhaust could provide 200 HP.  
  • --> 13B mit freiem Auspuff ...
  • A Mazda 13B Turbo with restricted exhaust would provide 200 HP.  
  • --> 13B Turbo mit Drosselauspuff ...
  • A Mazda 13B Turbo with free-flow exhaust could provide 300 HP.   
  • --> 13B Turbo mit freiem Auspuff ...

 

Indeed, with 300 HP your NSU standard gearbox, drive shafts etc. would not be very reliable. 

-->  Zuverlässigkeit von Getriebe und Antriebswellen bei 300PS zweifelhaft.

 

Conversion kits are (were?) sold by Paul Declercq. From 2006 price list (most recent?):  

--> Umbauten werden (wurden?) von Paul Declercq angeboten. Preise von 2006 ...

 

1.2. Conversion kit for Mazda Rotary 12A + 13B (all) -RENESIS to NSU RO80
 
- Front engine support, flange, balance weight, square plate, pilot,
- Converter oil pump + pulley, support for dito and steering servo oil pump, C.O. pressure regulator, tank, V belts. Price EUR 1,900.-

 

This would be the way to go for me. If a low price is important for you perhaps you can find a used conversion, most likely in Belgium.

--> Diesen Weg Würde ich gehen. Niedrigpreisabgebote vielleicht bei gebrauchten Umbauten aus Belgien.

 

Best regards from Copenhagen, Bo

 

 

Notfalls übersetze ich auch aus dem Holländischen und Französischen.

Aber jetzt mal meine Meinung:

Wenn ein Ro80 wirklich 115PS hat ist er ganz schön flott. Die meisten haben real eher 95 als 115PS.

 

Mein Motto: Original ist schön, man muß es aber nicht übertreiben

 

Christian von Klösterlein

- Ro 80 Club International -

Internationale Kontakte

 

Manchmal,

wenn ich in den Kasseler Bergen auf der A7

aufwärts mit Tacho 150, GPS 142 hochstürme,

und den einen und anderen A6 überhole,

aber nur, wenn deren Fahrer ängstlich sind,

dann, ja, dann stelle ich mir gern mal vor,

ich hätte den MAZDA RENESIS aus dem RX-8 unter der Haube  . . .  :)

 

In der übrigen Zeit genügt mir der NSU-Wankelmotor ;)

 

Gruß, Christoph

Bild von Holger

Für mich ist die Frage, warum die Kombination Renesis-Ro80 o.ä. überhaupt attraktiv ist. Wenn ich den RX8 oder sonst ein schnelles Auto fahrn will, so kaufe ich mir ein schnelles Auto (wenn ich es mir leisten kann - der Ro 80 mit Umbau auf Renesis, 612-Turbo oder ... ist KEIN preiswertes Auto mehr). Wenn ich Ro 80 fahren will, nehme ich hin, dass der unten rum kraftlos ist und ich nicht mit 290 km/h geblitzt werden kann (obwoh A6 überholen manchmal noch möglich ist).

 

Was also, Hans, ist Motivation, gerade den Ro 80 umbauen zu wollen? OK, wenn das meine alleiniges Alltagsauto ist, ich die Form mag, aber gern auch mal zügig unterwegs bin, so kommt der Gedanke auf.

 

Was macht die Sache für Dich interessant und wert, ggf. hohen Aufwand in Kauf zu nehmen?

 

Gruß

Holger

 

 




Dank erst mal an Werner, und Bo für die konstruktive Hilfe!

Ich würde sehr gern mit dem Peter Deutschle Kontakt aufnehmen. Weiß jemand wie?

Einbau eines Mazda-Motors hat auch seinen Charme, gerade in Sachen Betriebssicherheit.

Auch hier die Frage, wie ich mit Paul Declercq Kontakt aufnehmen könnte.

Zum besseren Verständnis:

Zuhause stehen zwei je 10 Jahre alte Autos einer Premium-Marke. Neben mechanischen Problemen (Aktuell ist die Welle des Heckscheibenwischers festgerottet(!)) nerven beide Wagen mit elektrischen/elektronischen Problemen. Es k.... mich an. Wohlgemerkt, es geht hier nicht um FIAT und Co. sondern um teure Autos aus dem Süddeutschen Raum.

Zumindest im Sommer würde ich gerne wieder ein Vollmetall-Auto fahren. Was ausreichend Leistung und Zuverlässigkeit voraussetzt.

Am billigsten würde man in Sachen Wankel-Power mit einem RX8 davon kommen. Aber auch das Auto ist mit Elektronik voll gestopft, die mit Sicherheit auch irgendwann verrückt spielt. Deshalb lieber den guten RO80 als Basis. Und das dies nicht die billigste Variante ist, ist mir schon klar. Wenn dann nur keine Elektronik mehr nerven kann...

Gruß, Hans

 

 

 

Bild von Andreas Bertsch

Hallo Hans

ich schreibe mal an dieser Stelle, denn die Diskussion ob Elektrofahrzeug oder nicht sollten wir hier nicht beginnen. Es geht hier schlichtweg um eine Leistungssteigerung im Ro80 und sonst eigentlich um nichts. Es gibt Versuche mit aufgeladenen Ro Motoren welche ganz brav über 150 KW gingen, über die Dauerhaltbarkeit gibt es natürlich keine Untersuchungen aber ich denke dass das auch nicht der springende Punkt sein wird, denn wann wird diese Leistung oder das hohe Drehmoment wirklich ausgeschöpft. Natürlich sollte so eine Variante auch von Personen bewegt werden, die ein wenig von Technik verstehen und sich in das Fahrzeug hineinhören können. So ein Umbau bdingt aber auch eine vernünftige Motoronic mit Einspritzung und Kennfeldzündung, welche für den Bauteilschutz (Abgastemperatur, etc.) entsprechend abgestimmt ist. Wenn das Geld für so einen Umbau nicht entscheidend ist, gibt es schon Firmen die dies professionell machen und wo man sich auch auf die Qualität verlassen kann. Natürlich muss man einen Konsens mit Leistung und Fahrwerksverträglichkeit finden, aber bei einem guten Zustand des Fahrwerks sind schon Reserven da.

Und Spaß machen würde so ein Ro auf alle Fälle

 

Also, falls du technischen Rat benötigst, schreibe mir ein Mail, vielleicht kann ich dir weiterhelfen

 

Gruß Andreas

Holger schrieb:

Für mich ist die Frage, warum die Kombination Renesis-Ro80 o.ä. überhaupt attraktiv ist.

 

Es ist dieses uralte "Wolf-im-Schafspelz"-Ding  . . . was ich daran emotional reizvoll finde  . . . ;)

 

Und rein sachlich ist es der Gedanke vom Evolutions-Auto -> behalte das, was zeitlos ist und rüste nach, was echter Fortschritt ist. Insofern gehen meine Gedanken noch weiter: den Ro eines Tages auf einen E-Antrieb aufrüsten  . . . 

 

Gruß, Christoph

Bild von Holger

Wolf ... emotional reizvoll - das kann ich in gewisser Weise nachvollziehen. Für mich spielt beim Ro 80 halt der Pelz die Hauptrolle, so dass es mir eher schwer fällt, zu verstehen, warum noch mehr Tieger in den Tank muss.

 

Ich habe immer gefunden, daß nicht nur ich, sondern auch jene beneidenswerten Menschen, die für ihre Taten Gründe anzugeben wissen, in Wahrheit niemals von diesen Gründen bewegt und geleitet werden, sondern stets von Verliebtheiten, und habe nichts dagegen, mich zu dieser Verliebtheit zu bekennen.

 

Das Thema "echter Fortschritt" ist nochmal was anderes, denn das ist ja zunächts wieder ein technisch-sachlicher Aspekt. Ein E-Antrieb im Ro 80 (oder in anderen Automobilen) ist solange kein echter Forschritt, wie fossile Energieträger benötigt werden zur Erzeugung des Stroms, den man dann auch noch mühsam speichern muss. (Das Argument der lokalen Emissionsfreiheit scheint mir nachrangig.) Aber emotional reizvoll könnte auch eine Tesla-Ro-80-Transplantation vielleicht sein... 

 

Gruß

Holger

 

Hallo, 

erst mal vorweg - hab bereits mit Herrn Deuschle Kontakt aufgenommen. Und einen evtl. Mazda-Umbau würde ich erst mal zurückstellen, ein aufgeladener NSU ist für mich momentan verlockender.

Natürlich ist neben der Verbesserung der Alltagstauglichkeit durch mehr Leistungsreserven auch der Spaß am „Wolf im Schafspelz“ ein gutes Argument!

 

Und was E-Autos betrifft bin ich der gleichen Meinung wie Holger. Fossilen Brennstoff in Strom zu wandeln und ihn über Batterien für den Vortrieb von Autos zu nutzen ist ökologischer und ökonomischer Unsinn.

Es wird noch Jahrzehnte dauern, bis die vollständige Versorgung mit Elektrizität ohne fossilen Brennstoff möglich ist. Nicht zuletzt dann, wenn man auf KKWs verzichtet. Bis dahin ist jedes neues E-Auto ein Zeichen der Dummheit.

Und wenn doch solche Fahrzeuge auf den Markt kommen, kann man erkennen, wie stark die Medien die öffentliche Meinung beeinflussen können. Die Zahl der Menschen, die sich noch eigene, kritische Gedanken machen, ist abnehmend.

 

Gruß, Hans

Bild von Dirk Slembeck

Hallo Hans,

 

abgesehen davon, das ich (ganz persönlich) ein absoluter, aber nicht militanter, Vertreter der Original-Fraktion bin und zudem deine technische Vorbildung nicht kenne, muss ich schon sagen, dass du dich mit deinen Thesen ganz schön weit auf dünnes Eis wagst.

 

Auch wenn es noch einige Jahre dauert bis sich etwas, egal ob Strom oder eine andere Energiequelle, "armortisiert", sollte man trotzdem nicht davor zurückschrecken damit zu beginnen "etwas zu tun". Ich meine dass es völlig falsch und auch typisch deutsch ist, solange an alten Zöpfen festzuhalten bis etwas zu 150% funktioniert. Hätte man, wie z.B. auch Felix Wankel, so gedacht, würde es vielleicht heute soagr überhaupt keine Autos geben, die sich ohne 1-Vierbein-PS von der Stelle bewegen.

 

Forschung, die ja immer auch etwas von "Suche nach etwas Neuem" beinhaltet, und die damit verbundenen Aktivitäten von vornherein als "ökologischer und ökonomischer Unsinn" oder als "Zeichen der Dummheit" zu bezeichnen empfinde ich persönlich als höchst bedenklich; es sei denn, dass du so tief im Thema bist. Oder ist es einfach nur, wie inzwischen gerade in der Politik üblich, einfach der Versuch eine Ente auf den Teich zu setzen?

 

Zitat von dir: Und wenn doch solche Fahrzeuge auf den Markt kommen, kann man erkennen, wie stark die Medien die öffentliche Meinung beeinflussen können. Die Zahl der Menschen, die sich noch eigene, kritische Gedanken machen, ist abnehmend.

 

Sicher ist, dass die Medien beeinflussen (können) - positiv wie negativ. Aber woher nimmst diese Weisheiten und worauf basieren sie - oder ist das lediglich deine Vermutung und dein Eindruck ?

 

Wie du siehst mache ich mir gerade so meine Gedanken und sehe deine Äußerungen durchaus kritisch ... zumal diese Diskussion auch so langsam in die Richtung "off topic" abgleitet. Aber vielleicht wolltest du dir einfach nur Frust ob der schlechten Leistung eines Ro80 von der Seele schreiben ...?

 

Beste Grüße

Dirk

 

 

 

 

 

____________________________________________________________________________________________

Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.(J.W.v.Goethe)

Holger schrieb:

Ein E-Antrieb ist solange kein echter Forschritt, wie fossile Energieträger benötigt werden zur Erzeugung des Stroms, den man dann auch noch mühsam speichern muss.

 

Mit Verlaub, aber DAS ist eins von den sogenannten "Totschlagsargumenten" gegen die Favorisierung der Elektrifizierung von PKW, das die sachlichen Möglichkeiten dieser Technik mit einem einzigen Gegenargument vom Tisch wischen will, nur weil dieses so naheliegend erscheint.

 

Klar, wenn Strom aus einem Braunkohlekraftwerk genutzt wird, dann ist das E-Auto global betrachtet natürlich nicht emmissionslos; wobei wir da ja erstmal ganz genau rechnen müßten, wie hoch die Emmissionsbelastung der gesamten Kette Rohölerschließung-Rohölförderung-Transport-Raffinierung-Transport-Verbrauch eigentlich ist gegenüber der Stromerzeugung in einem modernen Braunkohle/Steinkohle/Gas/Kraftwerk mit KraftWärmeKopplung  . . .  und wieviel Strom erzeugen wir schon aus alternativen, regenerativen Energieträgern? Liegt da nicht ein großer Teil unserer Zukunft?

 

Mit einem E-Auto hätte man ein Fortbewegungsmittel an der Hand, welches sich ohne Zeitverzug regelmäßig SOFORT an den Fortschritt in der Erzeugung von elektrischer Energie "ankoppelt", ohne daß man erst ein neues Modell abwarten, erwerben müßte. Elektrische Energie ließe sich viel stärker auch dezentral erzeugen.

 

 

Zum Thema Kernkraft: Wenn in Deutschland mit vergleichbarer Euphorie + vergleichbarem Einsatz von Geld & Forschergeist an der Entwicklung und Einsatz "alternativer" Energiekonzepte gearbeitet würde, wie in den Kindertagen und der Pubertätszeit an der Kernenergie, dann stünde bald schon der Rest der Welt an der Theke und wir müßten uns weder um den Wirtschaftsstandort D, noch um die Versorgung mit Energie aus ungefährlichen Quellen - ungefährlich für Leib, Leben und Umwelt - sorgen.

 

Obendrein ist die Kernkraft über alles besehen viel zu teuer. Das ist doch eine weitere Absurdität des Systems Kernkraft: Private Unternehmen schöpfen die Gewinne aus der Strom-Produktion ab, und die Gesellschaft finanziert die anschließende, immens kostspielige Entsorgung, inklusive der Risiken, die sich aus dem Müll ergeben  . . .  Kernkraftwerke sind nichts als Gelddruckapparate für ein bestimmtes Klientel.

 

Meine ganz persönliche Meinung: Ginge es bei der Kernkraft nicht um horrende Mengen an Geld/Profit, dann fände die Diskussion um deren reale Sicherheit vielleicht eher auf dem Boden der Vernunft statt; abgesehen von der Tatsache, daß es weltweit keine einzige Endlagerstätte gibt, ist es vollkommen absurd anzunehmen, daß es eine solche jemals geben könnte. Es ist einfach unmöglich für mehrere ZigTausend Jahre in die Zukunft blicken zu können, was aber für den sicheren Einschluß des radioaktiven Abfalls nötig wäre.

 

Ein Unfall wie in Japan wird an jedem anderen Kraftwerksstandort in der Welt stattfinden, das ist nur eine Frage der Zeit.

 

Die Alternativen sind bekannt, sie müssen ausgebaut werden, ohne Frage, an der ersten Stelle müssen der Wille und die Vorstellungskraft stehen, daß wir Energie aus regenerativen Quellen nutzbar machen, dann wird es die entsprechende technologische Wende und Entwicklung auch geben können.

 

Gruß, Christoph

 

 

Bild von Holger

Elektromobile sind eine feine Sache. Sie sind so leise und vibrationsfrei, dass es eine wahre Freude ist mit ihnen zu fahren. Ich kann das aus eigener, längerdauernder und noch anhaltender Erfahrung sagen. Und insofern wäre ein Elektroauto auch "echter Fortschritt" - was den Komfort beim Fahren angeht. Energie- und Ökobilanz-mäßig ist das leider nicht so klar. Und "Totschlagargumente" sind dann schlecht, wenn sie unrichtig sind. Unrichtig werden sie aber nicht, weil man sie so tituliert oder weil die aktuelle geseschaftliche Meinung dies gerade so sieht.

 

Die von Dir, Christoph genannten Kernkraftwerke wurden einmal auf breiter gesellschaftlicher, politischer und medialer Front als "echter Fortschritt" gesehen. Das hat sich geändert. Kernkraftwerke (oder "Atomkraftwerke") sind gar nicht mehr en vogue, nichtmal bei den Schwarzen. Kohlekraftwerke ("CO2-Schleudern) auch nicht und hässliche Windkraftanlagen auf Land auch nicht (gerade noch auf dem Meer, wo es besonders aufwändig ist, sie zu unterhalten). Öl- und Gaskraftwerke waren es irgendwie noch nie. Die vielgepriesene Photovoltaik ist durch technische Entwicklung gerade aus der lange Jahre negativen in die knapp positive Energiebilanz (aber nicht Ökobilanz) gekommen. Da würde ich aber in die weitere Entwicklung nicht zu viele Hoffnungen setzten, denn dort ist sehr viel Geld hineingeflossen (sinnvoll? unsinnig? - jedenfalls politisch gewollt).

 

Warum fordert kaum einer, vor Elektrifizierung von vor Autos verstärkt die Heizung der Häuser in Deutschland auf Strom umzustellen. Hunderttausende von Häuser in Deutschland werden mit Gas oder (Diesel-) Öl beheizt. Deren Umstellung auf Strom wäre technisch möglich, ist aber gesellschaftlich kein Thema. Und damit ist ja allen auch klar, dass das Quatsch ist. Oder müsste man dazu ggf. die Ingenieure befragen? Besser nicht, jedenfalls nicht sofort. Denn damit wäre aktuell weder politisch noch medial Geld zu verdienen. Besser erstmal das Auto-Thema ausschlachten, das ist emotional stärker besetzt und so kann man da viel mehr erreichen.

 

Das Elektroauto kommt -  in 3 Jahren. So höre ich seit Jahren aus Politik und Automobil-Industrie, und dann soll man es auch glauben. (3 Jahre ist nah genug, dass es nicht utopisch ist, aber weit genug weg, dass ich heute noch nichts vorweisen muss.) Die Ökobilanz wird positiv, wenn nur genug Geld in die Forschung und Entwicklung hineinfließt. Wer  sich dagegen wendet, macht klar, dass er phantasielos ist und keinen Willen und Vorstellungsraft für die technische Wende hat. Wenn man aber das Elektroauto (vormals Hybridauto) als Zukunftstechnologie ansieht, so ist man auf der sicheren Seite des gesellschaftlichen Konsens'.

 

Unmittelbar nach der Katastrophe in Japan wurde in Deutschland von der Regierung erklärt, dass man alle Kernkraftwerke abschalten könne, ohne dass die Bürger sich einschränken müssten. (Den Wegfall von 11% Kernenergie kann man durch verstärkten Einsatz von fossilen Brennstoffen ausgleichen.) Ein echter politischer Fortschritt wäre es, wenn einmal zu Verzicht aufgerufen würde. Aber das ist nicht angesagt, und seit den erzwungenen autofreien Sonntagen Ende '73 wohl auch noch viele Jahre bezüglich unserer Mobilität geächtet.

 

Eine vertrackte Sache ist das mit der Energie (und etwas off-topic).

 

Gruß

Holger

 

 

 

 

 

 

Hallo Dirk, hallo Christoph und natürlich Holger,
 

hui, so eine Reaktion wollte ich nicht hervorrufen! Und Dirk hat recht, das ist vom Thema her schon Off Topic. Würde gerne noch mal -abschließend- meinen Senf dazu geben, danach sollten wir dieses Thema beerdigen. 

 

Elektroauto:
 

So wie der Wankelmotor durch seine ungünstige Brennraumform niemals die Verbrauchswerte eines Hubkolbenmotors erreichen wird, wird es bei den Elektroautos niemals Batterien geben, die ein E-Auto zur echten Alternative zu klassischen PKWs mit Verbrennungsmotoren machen könnte. So wie der Wankel wird es ein Nischenprodukt bleiben, gefahren von technisch interessierten Menschen, die dabei nicht so genau aufs Geld schauen.
 

Ich bleibe dabei, fossilen Brennstoff in einem Kraftwerk zu verbrennen, um damit eine Turbine zur Stromerzeugung abzutreiben, diesen Strom über lange Leitungen zu senden und dann stundenlang eine Batterie damit zu laden, ist Humbug (sorry).

 

„Alternative“ Energie:
 

Vor Jahren war ich angetan von den Biogasanlagen. Sichere Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, saubere Energie 24 Stunden/365 Tage im Jahr.
 

Jetzt sehe ich das vollkommen anders - Auf dem Weg zur Arbeit (20 km) komme ich an drei Biogasanlagen und vorbei und kann dabei locker 50 Windräder zählen. Es ist grauenhaft, wie innerhalb von wenigen Jahren die Landschaft nachhaltig verschandelt wurde. Und ein Ende ist ja noch nicht mal abzusehen.
 

Wie soll der Mehrbedarf an Öko-Strom den so erzeugt werden? Biogasanlagen? Wohl nicht, da ist das Limit erreicht. Schon jetzt gibt es negative globale Auswirkungen, die die ärmsten der Armen in der Dritten Welt zu spüren bekommen, wenn statt Lebensmittel Brennstoff für Biogasanlagen oder Fahrzeuge angebaut wird.
 

Fotovoltaik? Bei aller Liebe, aber gibt es etwas, was noch ineffektiver ist?
 

Windräder? Kommt auch nur noch ein weiteres Drecksrad in meine Nähe werde ich zum militanten Öko-Gegner. Und die Front derjenigen, die ähnlich denken, wird größer.
 

Mein Vorschlag:
 

Es ist aber vollkommen richtig, nach Alternativen zu Öl und Co. zu suchen. In 100 Jahren wird es davon kaum noch etwas geben. Meine Hoffnung ist Iter http://de.wikipedia.org/wiki/ITER , aber bis man mit dieser neuen Technologie tatsächlich Strom produziert, werden wohl noch 30 Jahre vergehen.
 

Und um die (nicht gewollte) Provokation auf die Spitze zu treiben – Bis vor 4 Wochen stand ich den AKWs auch eher kritisch gegenüber. Gerade nach Fukushima bin ich zu einem Anhänger dieser Technologie geworden. Ich würde mir wünschen, alle alten AKWs hier abzuschalten und durch 15 moderne, sichere, zu ersetzen. Fukushima war ein Medienspektakel ohne Gleichen. Bei dem Jahrhundertbeben und Tsunami sind 27.000 Menschen umgekommen. Und wieviel im AKW? Super-GAU? Da hatte ich bisher ganz andere Vorstellungen. Im Spiegel habe ich einen Beitrag dazu gelesen, der mir aus der Seele spricht: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,751683,00.html



Medienkritik:
 

Dabei meine ich nicht den Musikantenstadl oder Mumpitzsendungen wie Galileo, sondern Tagesschau und heute.
 

Vor 2 Jahren gab es eine Katastrophe in einem russischen (Öko-) Wasserkraftwerk. 81 Menschen starben. http://www.zeit.de/online/2009/34/unglueck-russland-wasserkraftwerk Warum wurde nur am Rande in den Medien darüber berichtet? Wo bleibt der Aufschrei der Gutmenschen? Meint ihr, dass die Menschen, die dem Tod in die Augen sehen mussten, noch dankbar waren, nicht in einem AKW zu sterben?
 

Ich kann nicht hinter die Kulissen der Medien schauen. Aber wer die Welt in schwarz/weiß malt. der lügt. Parteien und Wirtschaftsbetriebe dürfen parteilich sein. Aber gerade von (früher) seriösen Sendungen erwarte ich eine nüchterne Berichterstattung und keine Propaganda, mag sie aus der Sicht der Macher noch so gut gemeint sein. Ich möchte informiert werden, um mir selbst eine Meinung zu bilden. Und nicht Vorgekautes nur noch schlucken zu müssen.
 

Es ist beängstigend, wie viele Menschen sich so einfach vor den Karren spannen lassen.
 

Ende.

 

Gruß Hans

 

HHD schrieb:

Es ist beängstigend, wie viele Menschen sich so einfach vor den Karren spannen lassen.

 

Ja, ich finde es auch äußerst bedenklich, wenn sich Franzosen [Nationalität frei wählbar] von der Propaganda ihrer Medien vor den Karren der AKW-Befürworter spannen lassen.

 

Ja, ich finde es ebenso bedenklich, wenn sich Deutsche [Nationalität frei wählbar] von der Propaganda ihrer Medien vor den Karren der AKW-Ablehner spannen lassen.

 

Ja, ich finde es tatsächlich auch schrecklich, daß 81 Menschen wegen einer Katastrophe in einem russischen Wasserwerk sterben mußten.

 

Ja, ich bedaure die zigtausend Menschen in Japan, die unmittelbar und mittelbar von dem jüngsten Erdbeben getötet, verletzt, ihrer Habe beraubt wurden, und denen ihre Lieben und Freunde entrissen wurden.

 

Und ich bedaure, daß es offenbar immer noch viele Millionen Menschen auf der Welt gibt, die es als vertretbares Risiko ansehen  - trotz bestehender Alternativen - auf eine Technologie zu setzen, die uns schon jetzt, nach ca 40 Jahren im "Normalbetrieb" vor Probleme gestellt hat, die der Menschheit für wenigstens 100000 Jahre die Gefahr der weitflächigen und nachhaltigen Umweltvergiftung durch hochradioaktiven Müll beschert hat.

 

Von dem Risiko der unmittelbaren Schädigung - wie nach den bisher bekannten Unfällen - mal ganz abgesehen.

 

Gruß, Christoph

 

...Und ich bedaure, daß es offenbar immer noch viele Millionen Menschen auf der Welt gibt, die es als vertretbares Risiko ansehen  - trotz bestehender Alternativen - auf eine Technologie zu setzen, die uns schon jetzt, nach ca 40 Jahren im "Normalbetrieb" vor Probleme gestellt hat, die der Menschheit für wenigstens 100000 Jahre die Gefahr der weitflächigen und nachhaltigen Umweltvergiftung durch hochradioaktiven Müll beschert hat.

Von dem Risiko der unmittelbaren Schädigung - wie nach den bisher bekannten Unfällen - mal ganz abgesehen....


Hallo Christoph,

was man als ein vertretbares Risiko ansehen darf, ist keine Frage der Mathematik sondern eher ein Bauchgefühl. Und damit ist es praktisch ausgeschlossen, einen Konsens zu finden (Insbesondere wir beide).
Was mich auf die Palme bringt, ist der Glaube (in Bezug auf die regenerative Energieproduktion), man muss es nur wirklich wollen und dann geht es schon.

Man kann nun mal Öko-Energie nur mir folgenden Technologien gewinnen:

Wasserkraft - schon längst zu 100 % ausgenutzt, da geht nun wirklich nix mehr.

Biogasanlagen - meiner Meinung nach auch schon zu 100 % ausgenutzt. Was man ja auch an der aktuellen E10 Diskussion sieht. Egal, ob wir Raps für Biodiesel, Mais für Biogasanlagen  oder Rüben/Weizen für E10 anpflanzen, durch die verlorene Ackerfläche können z.B. keine Getreide-Überschüsse mehr auf dem Weltmarkt kommen. Mit verheerenden Folgen für die Menschen in der dritten Welt. Dies wird ja selbst von Gutmenschen und Grünen bestätigt.

Fotovoltaik - ein Witz. Genauso gut können wir in jeden Haushalt einen Hamsterkäfig stellen und das Laufrad mit einem Dynamo versehen. Erscheint mir ähnlich effektiv.

Windräder - Supersache - wenn der Wind weht. Tut er aber manchmal tagelang nicht. Speichern? Klar, mit zigtausenden km an Oberleitungen, die dann in hunderten von Speicherseen enden. Landschaftsschutz ade.

Willst du das? Soll ganz Deutschland mit zehntausenden von Windrädern übersät werden?

Und die immensen Kosten? Die sinnigerweise nicht nur von uns sondern auch von unseren Kindern und Kindeskindern getragen werden müssen?

Ich bin kein Pro-Atom aber ganz sicher ein Contra-Ökostrom Mensch.

Sehr gut kann ich mit der Vorstellung leben, die nächsten 30 Jahre den Strom von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken zu beziehen. Bis hoffentlich Iter mal funktioniert.

Aber auch mit neuen KKWs kann ich sehr gut leben. Ließ hierzu mal einen aktuellen Beitrag aus dem Spiegel:
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,756250,00.html

Die Frage nach der Entsorgung des radioaktiven Restmülls ist natürlich ein starkes Argument. Das leider 40 Jahre zu spät kommt. Jetzt ist er da. Und ob durch den Weiterbetrieb der KKWs noch mal 25% dazukommen oder nicht, ist praktisch egal. Und sich jetzt um Lebensformen zu sorgen, die in 100.000 Jahren diesen Planeten bewohnen, erscheint mir auch nicht so sinnvoll. Besser, wir sehen zu, die nächsten 1.000 Jahre sicher über die Bühne zu bringen. Und für diese Zeitspanne kann man jeden Müll sicher lagern.

Zum Beitrag von Holger:

...Die von Dir, Christoph genannten Kernkraftwerke wurden einmal auf breiter gesellschaftlicher, politischer und medialer Front als "echter Fortschritt" gesehen. Das hat sich geändert. Kernkraftwerke (oder "Atomkraftwerke") sind gar nicht mehr en vogue,...

Jupp, genau so war es wohl. Es würde mich nicht wundern, wenn man in 40 Jahren über den Öko-Wahn ähnlich denkt.

Zu einem älteren Beitrag von dir:

...Obendrein ist die Kernkraft über alles besehen viel zu teuer. Das ist doch eine weitere Absurdität des Systems Kernkraft: Private Unternehmen schöpfen die Gewinne aus der Strom-Produktion ab, und die Gesellschaft finanziert die anschließende, immens kostspielige Entsorgung, inklusive der Risiken, die sich aus dem Müll ergeben  . . .  Kernkraftwerke sind nichts als Gelddruckapparate für ein bestimmtes Klientel...

Soweit ich weiß, handelt es sich bei allen Betreibern um Aktiengesellschaften, und so kann jeder Einzelne von uns an den gigantischen Gewinnen verdienen. Auch Grüne oder Gutmenschen. Die können ja den Gewinn wieder ökologisch anlegen.

Und was die extrem hohen Entsorgungskosten betrifft - die sind doch erst durch die Öko-Fanatiker entstanden!

Ich kann es leider nicht belegen, aber ich wette mit dir, das der Gewinn auf die Kw/h umgerechnet bei den Öko-Anbietern höher ist! Speziell die Betreiber der Fotovoltaikanlagen sind die größten Abzocker.

Ich kenn drei Betreiber ganz gut. Die haben Anlagen im Wert von 30.000 bis 1.000.000 Euro auf dem Dach. Keiner betreibt dieses Anlagen aus Idealismus. Sondern nur der extrem hohen garantierten Rendite wegen. Für die wir alle die nächsten 30 Jahre sorgen müssen.
 
Und dann muss ich natürlich auf meinen Lieblingsfeind, die Medien einschlagen: All diese Dinge sind bekannt. Und werden unter den Teppich gekehrt. Wäre ja schade, wenn durch solche Infos die schöne neue Welt aufgehalten wird...
 
Gruß, Hans
Bild von david

Lieber Hans,

tut mit leid, aber im Jahr 2011 zu prophezeien, dass man in 40 Jahren von Öko-Wahn sprechen wird, halte ich für relativ absurd. Heute sprechen nun endlich (fast) alle vom Atom-Wahn – nachdem die letzten 40 Jahre die Atom-Kritiker ständig mit Vokabeln wie "Öko-Wahn" bedacht worden sind.

Du musst DIch wahrscheinlich damit anfreunden, dass Konzepte, die früher als fortschrittlich galten (z.B. Atomenergie) mittlerweile als absolute Techniker-Selbstüberschätzung entblößt worden sind. Heute sind diejenigen fortschrittlich, die in den vergangenen Jahrzehnten als Fortschrittsfeinde diffamiert worden sind.

Du meinst wir sollen auf die Kernfusion (Iter) warten. Kein Mensch weiss doch ob das irgendwann klappen wird, geschweige denn wann. Das ist zudem wieder diese Großtechnologie-wird-die-Welt-retten-Denke. Die Zukunft dürfte eher in dezentralen schlanken Lösungen liegen.

Gruß

david

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1975 aquablau

david schrieb:

Lieber Hans,

tut mit leid, aber im Jahr 2011 zu prophezeien, dass man in 40 Jahren von Öko-Wahn sprechen wird, halte ich für relativ absurd. Heute sprechen nun endlich (fast) alle vom Atom-Wahn – nachdem die letzten 40 Jahre die Atom-Kritiker ständig mit Vokabeln wie "Öko-Wahn" bedacht worden sind.

Du musst DIch wahrscheinlich damit anfreunden, dass Konzepte, die früher als fortschrittlich galten (z.B. Atomenergie) mittlerweile als absolute Techniker-Selbstüberschätzung entblößt worden sind. Heute sind diejenigen fortschrittlich, die in den vergangenen Jahrzehnten als Fortschrittsfeinde diffamiert worden sind.

Du meinst wir sollen auf die Kernfusion (Iter) warten. Kein Mensch weiss doch ob das irgendwann klappen wird, geschweige denn wann. Das ist zudem wieder diese Großtechnologie-wird-die-Welt-retten-Denke. Die Zukunft dürfte eher in dezentralen schlanken Lösungen liegen.

Gruß

david

 

 

 

 

Lieber David,

 

auf diesem Planeten leben wohl mehr als 7 Milliarden Menschen, von denen aktuell 2,5 Milliarden (in China und Indien) leben. In nächster Zukunft (50 Jahre?) wird ein Großteil davon annähernd den gleichen Lebensstil und Wohlstand wie wir erreichen. Und all diese Menschen kannst du mit Windmühlen mit der dazu notwendigen Energie versorgen? Zumal in 100 Jahren keine fossilen Brennstoffe in nennenswerter Menge mehr vorhanden sein werden?

 

Glaubst das wirklich?

 

Wären es statt 7 Milliarden "nur" 700 Millionen, würde ich dir zustimmen.

 

Australien ist das perfekte Beispiel dafür. Auf diesem Kontinent leben nur gut 20 Millionen Menschen. Die könnten innerhalb kürzester Zeit ihren gesamten Energiebedarf an Strom und Kraftstoff über Zuckerrohr, Wind- und Sonnenenergiekraftwerke abdecken. Wir vielleicht auch, lebten nicht 82 sondern nur 15 Millionen Menschen in Deutschland.

 

Strom für die Haushalte ist doch nur ein Teil des Energiebedarfes. Die ganzen Industrieanlagen benötigen doch auch Energie, vom Walzwerk bis zum OBI-Baumarkt. Und der Straßenverkehr? Bin nicht 100% sicher, aber ich meine, dass allein für die Versorgung der LKWs im Schwerlastverkehr nicht genügend Bio-Diesel hergestellt werden könnte, selbst wenn alle Ackerflächen in Deutschland mit Raps bepflanzt wären.

 

Natürlich kann niemand mit Sicherheit sagen, ob Iter tatsächlich so funktioniert, wie erhofft. Aber es ist doch eine realistische Möglichkeit.

 

Bei den zwingend notwendigen Weiterentwicklung von Hochleistungsbatterien für E-Autos z.B. fehlt doch selbst das.

 

In meinem Beitrag vom 18.04. hatte ich gefragt, mit welcher Technologie denn nun der Öko-Strom-Anteil massiv erhöht werden soll/kann. Würde mich über eine Antwort freuen.

Gruß, Hans

Hallo aus Hamburg,

ich habe mal in bester Heimwerkermanier einen G-Lader aus einem VW Corrado G60 in einen K 70 eingebaut, natürlich ohne aufwändige Berechnungen o.Ä. anzustellen.

Fazit: Für den Ritt mit der "roten Nummer" über die Dorfstrassen hat´s gut spass gemacht.

Nur leider sind die Abgastemperaturen beim Ro ja viel höher und somit ging das da wohl eher nicht so einfach...

Ich kenne einen Ro der in England auf Mazda 12a Motor umgebaut wurde und 130 PS (echte) hat.

Fazit: Ein nicht kundiger erkennt den Umbau nur an den Mazda Zeichen auf dem Motor, aber die Abstufung des unverändert bleibenden Ro Getriebes ist für den Mazda-Motor nicht optimal.

In Israel habe ich einen Ro mit Subaru Motor gesehen der am originalen Getriebe hing. So ein Boxermotor hat gute 150 PS, vielleicht ist das eine Altanative?

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!

Hallo Arne,

 

hattest du den Lader einfach zwischen Vergaser und Motor gesetzt? Waren noch weitere Modifkationen notwendig? Was hat das gebracht? Wie teuer war der Umbau, wenn ich mal so dreist Fragen darf?

 

Inwiefern siehst du beim RO aufgrund der Abgastemperaturen Probleme?

 

Aber einen Hubkolbenmotor in den RO zu bauen, wäre ein Stilbruch. Wenn RO, dann mit Wankel und nix anderem.

 

Danke, Hans

Hallo Hans,

klar hast Du Recht wenn Du findest, das ein HKM nix im Ro zu suchen hat, geht mir genau so. Aber die Frage war ja nur die Suche nach einem mehr an "PS"!

Der Umbau eines meiner K 70 mit 1.8 Liter 100 PS-Motor auf G60-Lader war damals nicht mehr als eine Schnapsidee von mir, weil mein damaligen Hallenkumpel seinen Corrado Kaltverformt hatte und somit ein solcher Lader herrumlag.

Genaueres haben wir damals nicht dokumentiert, sollte ich Fotos finden werde ich mal überlegen wie das damals war...

 

MFG
Arne

 

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!

Hallo,

um mal wieder auf das eigentliche Thema zurück zu kommen...

Vorrausgesetzt es steht ein Ro80 zur Verfügung der ein einwandfreies Getriebe hat und auch was das Fahrwerk und die Bremsen betrifft original und Fehlerfrei ist könnte ich mir, falls ich mal eine Leistungssteigerung haben will folgendes vorstellen:

Als motorische Basis würde für mich als erstes ein Vierkerzer KKM 612 in Betracht kommen. Zwar hat es auch stärkere Motoren gegeben, ich denke an den KKM 871, den KKM 619, den Comotor und den Ro135 aber letztendlich stelle ich mir das Anpassen an den Rest vom Ro schwieriger vor als einen KKM 612 zu Optimieren.

Dieser Vierkerzer würde zerlegt und Optimiert. Es würden die Trochoiden ausgeschliffen und mit der letzten Beschichtung versehen, die Seitenteile würden ebenfalls mit der letzten Technik behandelt und die doppelten Seitenstreifen würden aus unzerbrechlichen Material bestehen. Die hat mir Eamon Hurley mal angeboten. Herr Buchholz erweitert auch noch die Ein und Auslässe.

Falls möglich würde ich auf Kolben von Comotor umbauen. Beim Zusammenbau würde ich größten Wert auf Einwandfreies Auswuchten der Wuchtgruppe mit Wandler und Kupplung Wert legen.

Ich habe in meinem Ro einen Drehmomentwandler vom Porsche 911 mit Sportomatik, der ist ein Bisschen

anders übersetzt, hat weniger "Schlupf". Den gibt es auch mit noch weniger "Schlupf" und es gibt aus dem großen, schönen Fichtel und Sachs Baukasten auch noch stärkere Kupplungen.   

Benzinpumpe, Öldosierpumpe und Vakumpumpe würde ich weglassen weil sinnlos und die Löcher im Motor würden mit Metallplatten verschlossen.

Warum denn ohne Öl oder Benzin fahren, wo das doch allgemein üblich ist?

Das Öl gehört beim Wankel als vollsynthetisches Zweitaktöl im Verhältnis eins zu ungefähr hundert in den Tank und an den Tank gehört eine zuverlässige elektrische Benzinpumpe (aber nicht unter den Ro sondern im Kofferraum und kombiniert mit einem richtigen Benzinfilter, also nicht diese kleinen Dinger in der Leitung).

Eine elektrische Unterdruckpumpe passt problemlos in den Motorraum. Warum das ganze?

Erprobungen haben gezeigt, daß bei Verwendung von Zweitaktöl keine Verrußungen im Motor mehr auftreten und das die Zündkerzen viel länger halten. Eine elektrische Benzinpumpe am Tank fördert immer kühlen Sprit von hinten nach vorne, das Problem mit den Dampfblasen Tritt nicht mehr auf und die elektrische Unterdruckpumpe läuft nur dann an, wenn sie gebraucht wird.

Außerdem hat man so drei Fehlerquellen weniger im Auto. Dieser Umbau hat sich auf Reisen zu den Pyramiden, bei Fahrten durch süd-ost Asien, durch Südamerika usw. bestens bewährt.

Wohlgemerkt: Von Norddeutschland aus und auf eigener Achse hin und zurück!

Kleine Anmerkung: Bei steilen Berg ab Fahrten z.B. im Himalaja werden die vorderen Bremsen doch sehr heiß, wenn Kosten keine Rolle spielen wäre ein Getriebe mit mehr Gangstufen und innenbelüfteten Bremsscheiben vorteilhaft. Wer hierzu mehr Wissen will, dem sei ein Besuch beim Hamburger Stammtisch empfohlen.

Soll es beim serienmäßigen Abgassystem bleiben wäre ein Doppelrohrauspuff richtig, wenn aber sowieso auf eine zeitgemäße Zündung und auf eine Benzineinspritzung umgerüstet werden soll, sollte man den Auspuff an diese Technik anpassen.

Ein so motorisierter Ro80 sollte schon Spass machen, was der aber an KW haben würde weiß ich nicht.

Und schon gar nicht weiß ich was der Tüv dazu sagt.

Jedenfalls kann davon ausgegangen werden, das ein so optimierter KKM 612 keine Probleme mit der Lebensdauer haben würde, eine Tatsache, die ein mit Turboaufladung versehener KKM 612 erst noch beweisen müsste.

Horrido!

Arne

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!

 

Hallo Arne,

 

du kommst aus Hamburg?

 

Manches hört sich ja ein wirklich nach Seeemannsgarn an (Südamerika, Himalaya...). Aber deine Vorschläge sind nicht schlecht. Manches, wie z.B. die Beimischung von Zweitaktöl direkt in den Tank würde ich auch so machen. Einfach und effizient.

Benzineinspritzung? Wie schwierig ist das denn zu realisieren?

 

Ein guter Bekannter hat eine RE5, die über 80 PS ans Hinterrad bringt! Ok, mit Rennvergaser und - auspuff. Aber Trochoide und Kolben sind mit denen des RO vergleichbar. Und 150 PS an der Exzenterwelle wären ja vielleicht auch akzeptabel und alltagstauglich.

 

Ein Besuch beim Hamburger Stammtisch könnte hilfreich sein...

 

Gruß

Hans

 

 

Hi,

 

Someone asked: Why a Mazda 13B in a Ro80?

 

Well, to me the answer is very simple: Because that would be the car NSU wanted to build if they had had the time and money. What you find in the Ro80 (a weak and unreliable engine with poor idle) was NEVER EVER what was intended by NSU.

 

With a Mazda 13B and around 150 HP you get EXACTLY what NSU intended!!!

 

Of course, if your Ro80 is a museum piece then it should be kept like that, but if you want a nice driving experience you should go for a conversion.

 

In fact, NSU did build the perfect Ro80 engine, the fuel injected KKM871, however, try find one and more importantly, try find some spare parts.

 

Best regards from Copenhagen,

Bo

Hallo,

das mit dem Seemansgarn ist so nicht ganz richtig, eines meiner Stammtisch Schäfchen macht tatsächlich solche Reisen.

Und das ohne Unterdruckpumpe, mechanische Benzinpumpe, Öldosierpumpe und mit Zweitaktöl direkt in den Tank.

Unser nächster Stammtisch ist am 12. August ab ca. 18:30 im Berghotel Hamburg Blick, Wulmsberg 12 in den Harburger Bergen, Anfahrt kann man sich runterladen. Ansonsten mich Anrufen.

Groß mehr als ein in der beschriebenen Weise optimierter KKM 612 würde ich dem Getriebe ohnehin nicht zumuten, ich weiß von einem KKM 871 Fahrer, der hat an die 200 PS und da kommt das Ausgleichsgetriebe nicht mehr mit. Also sollte man sich mit vielleicht 150 PS begnügen.

Noch was zur Lösung mit den Mazda Motoren: Sind da die 12a oder die 13b Motoren gemeint? Meines wissens werden 12a Motoren verbaut weil die 13b zu hoch sind, dann gibt´s Probleme mit der Motorhaube.

Die 12a hatten aber nie 150 PS oder mehr, die letzten hatten meiner Kenntnis nach 130 PS und die sollte man mit einem optimierten KKM 612 auch erreichen.

Gibt es Ro´s mit dem dreischeiben Motor?

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!

Bild von Walter Hüttenhain

Arne Kunstmann schrieb:
Mercedesfahrer kommen immer in den Himmel, schließlich hatten sie die Hölle ja schon auf Erden!

 

Einspruch Euer Ehren!

Als Alltagsbetriebs-Mercedesfahrer habe ich bereits jetzt den Himmel auf Erden.

Deshalb meine Frage:

Komme ich trotzdem in den Himmel oder muss ich dann später mit der Hölle rechnen?

 

Gruß

Walter Huettenhain

 

Hallo,

noch was aus Hamburg.

Hat eigentlich jemand einen Ro mit Mazda Motor und kann darüber etwas berichten?

Ich habe gestern jemanden besucht, der hat sich einen Treibsatz, bestehend aus einem 12a Mazda Motor und einem Audi 5 Gang Getriebe gebaut. 

Incl. den Bremssätteln am Getriebe. Nur eingebaut isser noch nicht...

Wäre doch mal interessant wie ein Ro mit dieser Kombination läuft.

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!