Leerlauf rund, Gang einlegen: Motor aus!

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Liebe Clubmitglieder,

Mein schöner Ro Bj. 76, Resedagrün Originallack, Zweikerzer, DDITS läuft endlich wieder, nachdem alle Hindernisse in der Benzinzufuhr beseitigt wurden, die HKZ gegen eine moderne von AKI mit Zündtransformator ersetzt wurde, neue Zündkerzen, Zündgeschirr komplett neu, der Vergaser zerlegt und gereinigt (eine Düse war dicht ...), mit Reparatursatz vom Club überholt.. Er läuft nun ohne Aussetzer, nimmt gut Gas an, hat ordentlich Leistung (Tacho > 180 km/h).

ABER:  Bei eingelegtem Gang muß ich immer auf dem Gas bleiben, sonst stirbt er ab. Dabei hat er einen schön runden Leerlauf, den ich sogar auf 1500 U/min erhöht habe - half nichts.Wer schon mal auf der Donnersberger Brücke in München beim Spurwechsel bremsen mußte wobei der Motor abgestorben ist - Horror-Szenario bei diesem Verkehr!

 

Ich habe mir inzwischen angewöhnt, mit links zu bremsen, damit ich rechts immer auf dem Gas bleiben kann. Keine gute Lösung  ...

 

Wer kann mir helfen? Auch für einen Werkstatt-Tipp wäre ich dankbar, es gibt hier im Umkreis (Starnberg bzw. München) keine Empfehlung im Club.

 

Ach ja, der Motor ist von Buchholz, nur ca. 6000 km gelaufen. Kann doch wohl nicht sein, dass die Kompression nicht stimmt?? Die hätte ich sonst im Verdacht, kann es aber nicht prüfen, da kein Prüfgerät verfügbar.

 

Vielen Dank, falls sich jemand findet, der mir helfen kann und möchte.

Bild von Ralf

Ist der Leerlauf richtig eingestellt (Gleichlauf)? Nur mit den Leerlaufschrauben, Drosselklappen zu bis auf den vorgeschriebenen Spalt?

Bild von Andreas Meyer

Hallo,

 

Zündung korrekt eingestellt? Ist der Vergaser korrekt eingestellt?

 

Wenn das der Fall ist, wäre ein Kompressionstest der nächste Schritt. Zum Kompressionstest kannst gerne vorbeikommen, bin in Grabenstätt.

 

Rotierende Grüße
Andreas

Andreas Meyer, 2. Vorsitzender, Ro 80 Club International e.V. - Verein für Kreiskolbentechnik

Herzlichen Dank an Ralf und Andreas Meyer für die Hinweise!

Die Einstellungen von Zündung und Vergaser wurden nicht verändert, nachdem ich den Austauschmotor von Buchholz eingebaut bekommen habe. Nach 6000 km also eigentlich fast noch "Neuzustand". Er lief aber nie wirklich sauber, warum auch immer (Dreck im Tank, HKZ, Düse im Vergaser dicht ...). Vielleicht ist der "Neuzustand" wie von Buchholz geliefert doch nicht so optimal ...

Aufgrund der freundlichen Hinweise werde ich mir also jetzt zuerst die Zündeinstellung vornehmen. Stroboskoplampe ist bestellt.

Wenn das nichts bringt, muß ich eben doch noch mal an den Vergaser ran, den ich zwar zerlegt und gereinigt habe, ohne aber etwas zu verstellen.

Besonderen Dank auch an Andreas Meyer für das Angebot zur Kompressionsmessung. Bevor es dazu kommt, dass ich ihn damit belästige, werde ich eben die Einstellungen überprüfen, wie empfohlenen. 

Kann es denn überhaupt sein, dass ein Austauschmotor nach 6000 gefahrenen km schlechte Kompressionswerte hat?

 

Nochmals vielen Dank und beste Grüße aus Starnberg!

Hartmut Degwert

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Christian von Klösterlein

Ro80_Hartmut schrieb:

Kann es denn überhaupt sein, dass ein Austauschmotor nach 6000 gefahrenen km schlechte Kompressionswerte hat?

 

Kommt drauf an was bei der Revision erneuert wurde und wo Gebrauchtteile verbaut wurden.

Alles schon vorgekommen!

 

Mein Motto: Original ist schön, man muß es aber nicht übertreiben

 

Christian von Klösterlein

- Ro 80 Club International -

Internationale Kontakte

 

Vielen Dank Herr von Klösterlein für diesen Hinweis!

 

Ich habe noch Herrn Buchholz im Ohr: "Der hält 100 000 km!".

 

Und da er mir auch neue Bremsen und ein neues Getriebe eingebaut hat, wähnte ich mich als Besitzer eines zumindest technisch neuwertigen RO ...

Da kannte ich den Club noch gar nicht. Wie schön, dass es Euch gibt!

 

Beste Grüße

Hartmut Degwert

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Gerhard Arlt

Hallo Hartmut,

 

zum Kompressions-Messen kannst Du auch gerne nach Horgau (LK Augsburg) kommen; bei Interesse bitte Email an gerhardarlt at web.de.

 

Viele Grüße

Gerhard

Vielen Dank Gerhard,

Eure Hilfsbereitschaft hier im Club ist wirklich großartig!

Muß mich erst noch daran gewöhnen, bin noch ziemlich neu im Club ...

 

Jetzt mache ich aber erst mal die Hausaufgaben, also Zündung und Vergaser checken.

Das wird eine Weile dauern, eventuell komme ich erst im Oktober dazu.

Je nach Erfolg oder Mißerfolg komme ich gerne auf das Angebot zurück.

 

Beste Grüße

Hartmut

 

 

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Andreas Meyer

Ro80_Hartmut schrieb:

 

Ach ja, der Motor ist von Buchholz, nur ca. 6000 km gelaufen. Kann doch wohl nicht sein, dass die Kompression nicht stimmt??

 

 

Hallo Hartmut,

 

grundsätzlich ist es unwahrscheinlich, dass der Motor nach 6000km ein Problem hat.

Buchholz hat, je nach dem, wieviel der Motor kosten "durfte", mehr oder weniger viele Gebraucht/Neuteile verwendet. Deswegen hat er Austauschmotoren auch immer "ab xxxx Euro" angeboten. Wer sich für die "ab-Variante" entschieden hat, hat einen Motor bekommen, der ausschließlich aus Gebrauchtteilen zusammengebaut wurde. Gebrauchtteile, die unterschiedlich eingelaufen sind, müssen aufeinander einlaufen. Buchholz hat mit der Zeit ein Auge dafür gehabt, was sich aufeinander einläuft und was keinen Zweck hat. Dennoch konnte es auch mal vorkommen, dass das mal nicht funktioniert hat. In diesen seltenen Fällen hat er den Motor auf Kulanz nochmal getauscht.

Es ist also nicht wahrscheinlich, dass der Motor ein Problem hat, aber völlig ausschließen würde ich es auch nicht.

 

Falls der Fallstromvergaser 32DDITS verbaut ist - ist die Drosselklappen-Einstellschraube noch gesichert? Wenn die verstellt ist, ist eine korrekte Vergasereinstellung ohne Demontage des Vergasers absolut unmöglich! Die Drosselklappen-Einstellschraube ist normalerweise bei Solex korrekt eingestellt und dann mit Schutzlack (!) gesichert worden. Diese Schraube darf NIE verstellt werden (siehe auch Reparaturhandbuch). Alle anderen Einstellungen des Vergasers basieren auf der korrekten Einstellung der Drosselklappen.

 

Viele Grüße
Andreas

Andreas Meyer, 2. Vorsitzender, Ro 80 Club International e.V. - Verein für Kreiskolbentechnik

Nochmals vielen Dank Andreas!

Diese Information über die Buchholz-Motoren ist ja höchst aufschlußreich ...

Und da ich mit ihm nicht über den Preis verhandelt habe, wird es wohl am oberen Ende gewesen sein, sollte also ein "guter Motor" sein (er sagte mir ja auch stolz "Der hält 100.000 km").

Ja, es ist der 32 DDITS. Den hat mir Buchholz auch zusätzlich zu dem Motor berechnet. Hat er ihn auch korrekt eingestellt? Der Motor Ist nie wirklich gut gelaufen, ich war ein paar mal bei ihm, und auf der Rückfahrt über die Autobahn lief er gut.Nach dem nächsten Start dann wieder die Probleme.

Also nehme ich jetzt die Hinweise auf die Vergasereinstellung und besonders die der Drosselklappen als heißen Tipp und werde meine Hausaufgaben machen.

Beste Grüße

Hartmut Degwert 

 

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Gunter

Hallo Hartmut,

 

mein erster Ro 80 hatte auch einen Buchholz-Motor. Auch der Ro 80 war von Buchholz. Anfänglich hatte ich auch immer Probleme mit Leerlauf. Erst ein kompletter Vergasertausch brachte Abhilfe. Im nachhinein hat sich herausgestellt, dass an eben dieser Einstellung, die man NIE ändern sollte, tatsächlich manipuliert wurde.

Nch diesem Tausch lief und läuft der Motor einwandrei.

 

lg gunter

Gunter Olsowski

+49 7248 200099 (aus Deutschland)

+43 664 1461300

Fax +49 32121393629

gunter.olsowski@ro80club.org

 

Stimmt. Er läuft noch einwandfrei.

 

Beste Grüße aus Thüringen,

Stefan Gärtner

Hallo Gunter,

danke für die Info.

Also haben wir ein paar Erfahrungen gemeinsam: Buchholz-Motore haben nicht notwendig einen korrekt eingestellten Vergaser ...

Die Drosselklappenanschlagschraube ist bei mir "natürlich" nicht mit Lack gesichert, keine Spur von Lack. Gut, das kann  verschiedene Ursachen haben, ob manipuliert wurde, kann ich nicht feststellen.

Tja, was tun? Den Vergaser hatte ich ja kürzlich komplett ausgebaut, dem Anschein nach hatten die Drosselklappen einen kleinen Spalt offen. Und dem Reparaturhandbuch S. 102 entnehme ich nur die Anweisung:

"Drosselklappen dürfen nicht im Saugrohr beißen", aber auch nicht so weit anstellen, "dass die motorseitige Drosselklappenkante die Kontur des 1. Bypasses freiliegt." Da steht tatsächlich "freiliegt", nicht etwa "freilegt". 

Mit einer so vagen Anweisung kann ich nichts anfangen, bin also versucht, ein wenig an der Schraube zu drehen, bevor ich den Vergaser wieder komplett ausbaue und dann auch nicht mehr tun kann.

Beste Grüße

Hartmut 

 

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Andreas Meyer

Hallo Hartmut,

niemand kann vorhersagen, wie lange ein Motor hält, da es beim Wankel noch viel stärker von der Fahrweise abhängt, als beim Hubkolbenmotor. Bei überwiegend Langstrecke hält ein Ro 80 Motor der letzten Generation normalerweise gut 200tkm.

Wenn jemand erwähnt, dass der gerade aufgebaute Motor 100t halten soll und stolz darauf ist, würde ich aus dem Zusammenhang darauf schließen, dass der aus Gebrauchtteilen aufgebaut ist.

Viele Grüße
Andreas

Andreas Meyer, 2. Vorsitzender, Ro 80 Club International e.V. - Verein für Kreiskolbentechnik

Danke, Andreas, das lese ich zum ersten Mal, dass ein Ro 80 Motor auch 200tkm halten kann.

Nun denn, meiner wird dann doch eher kein so gutes Exemplar sein, ist nicht weiter schlimm, denn ich fahre ihn nur wenige tkm im Jahr.

Beste Grüße

Hartmut 

Es grüßt Ro80_Hartmut

Bild von Twixxer

Hallo,

mich würde interessieren, ob das Problem mit dem absterbendem Motor nach Gang einlegen eigentlich gelöst wurde. Habe exakt das selbe Problem. Mein Motor läuft eigentlich sehr ruhig. Zündung mehrfach kontrolliert und Vergaser ( Mehrzahl) Ultraschall gereinigt und überholt. Natürlich war auch bei keinem meiner 32 DDITS noch der Schutzlack des Drosselklappenanschlags vorhanden. Habe auch hier eigentlich schon alle Einstellungen durch probiert. Habe inzwischen auch die Einstelllehre für die Verbindungsstange von Chokeklappen zu Drosselklappen. All das hat leider nichts daran geändert dass beim Auskuppeln die Drehzahl so absinkt, dass der Motor abstirbt. Selbst wenn ich die Leerlaufdrehzahl auf über 1500 U/min anhebe ändert sich da nichts.

Bin langsam am verzweifeln....

 

Bild von Sascha Scheben

Hallo Bert!
Da Hartmut keine Kontaktdaten hinterlegt hat ist eine direkte Kontaktaufnahme leider nicht möglich, schade!

Mir würde spontan in den Sinn kommen, dass der Vergaser irgendwo Luft zieht, kontrolliere doch einmal den Schlauch der Vakuumpumpen Abluft auf Dichtigkeit. Diesen Fall hatte ein Kamerad aus Erding erst jüngst beim Frühjahrstreffen.

 

Des Weiteren, ist dieses Phänomen aus dem "Nichts heraus" aufgetreten, oder nachdem Du etwas Verändert hast? Stecken alle Unterdruckschläuche der Zündverstellung/Ansteuerung Servo-Steuerventil/(Knackfrosch) an richtiger Position und sind durchgängig? Wie schaut es mit den Kabeln der Leerlauf-Abschaltventile und den Anschlüssen am Steuerventil aus?

Sascha Scheben, Euskirchen

5  3  1    Gletscherweiß 07/70

3  3  0    Cosmoblau  03/70

2  5  2    Lotosweiß  05/72

Bild von Twixxer

Hallo Sascha,

vielen Dank für deine Tips. Also das Problem habe ich leider schon immer, da ich das Verhalten von vor dem Motortausch nicht kannte. Der RO 80 stand ja ca. 40 Jahre in einer Tiefgarage. 
Habe dann von einem österreichischen Clubmitglied einen überholten Motor mit ca.1000km bekommen. Habe also den Motor eingebaut mit den überholten Anbauteilen ergänzt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dieses Verhalten, dass der Motor beim Gang einlegen und mech. Auskuppeln sehr gerne ausgeht. Das Kupplungsservo habe ich ebenfalls überholt und dieses funktioniert auch einwandfrei. Vakuumpumpe habe ich mittlerweile auch schon 2 mal überholt, leider keine Änderung. Zündung stimmt exakt. Was ich im Vakuumzweig noch nicht getauscht habe wäre das Vakuumsteuerventil. Alle anderen Vakuumventile am Vergaser habe ich entfernt, ebenso wie die mech. angetriebene Luftpumpe. Die Lufteinspritzleitungen habe ich verschlossen.

Gibt es eine Möglichkeit den Vakuumzweig zum Test komplett lahm zu legen um zu sehen ob es ein Undichtigkeitsproblem ist?

Wenn ich den Leerlauf auf die vorgeschriebenen 1200 U/min einstelle, geht er beim Gang einlegen zu 100% aus. Bei 1600-1800 U/min besteht die Cance, dass er ein wenig an bleibt.

Gibt es noch etwas, dass ich testen könnte?

 

Gruß Bert

 

Bild von Sascha Scheben

Hallo Bert!
Wenn der Motor revidiert ist (da gibt es über die Definition immense regionale Unterschiede), dann sollte die erste Scheibe es eigentlich verkraften, wenn durch Fehlsteuerungen im Vakuumzweig die zweite Scheibe in die Knie gezwungen wird.
Hast Du den Vergaser mal auf Grundeinstellung getestet, alle Schrauben zu und dann 2,5 Umdrehungen geöffnet?
Hast Du die Möglichkeit die Kompression zu messen?

Sascha Scheben, Euskirchen

5  3  1    Gletscherweiß 07/70

3  3  0    Cosmoblau  03/70

2  5  2    Lotosweiß  05/72

Bild von Gunter

Hallo Bert, wenn gar nichts hilft, kannst Du auch mal zu Heinz Renken in Odenheim fahren, als alter NSU-Meister kann der vielleicht weiterhelfen.

 

lg Gunter

Gunter Olsowski

+49 7248 200099 (aus Deutschland)

+43 664 1461300

Fax +49 32121393629

gunter.olsowski@ro80club.org

 

Bild von Matthias vom Bodensee

Sofern der Motor den DDITS-Vergaser hat: schonmal die Leerlaufabschaltventile geprüft?

Die können auch gerne mal spinnen. Wenn die keinen vernünftigen Massekontakt haben, machen die nämlich zu und der Motor hat keinen Leerlauf mehr.

Das würde mir spontan noch dazu einfallen. Motormasse und Batteriemasseband an Karosserie gecheckt? Das wird gerne mal übersehen oder hat man nicht auf dem Schirm.

Ein Ro80 braucht keine zusätzlichen Hilfsmasseleitungen am Motor, wenn die werksseitig vorhandene in Ordnung ist!

 

schöne Grüße

Matthias 

Bild von Rolf.Blumhardt

Leerlaufabschaltventile betrachten, eine gute Idee von Matthias.

In meinem RO hat besoders bei hohen Temperaturen eines öfter mal nicht geöffnet.

Separates Massekabel angeschlossen und auch eines direkt am Abschaltventilghäuse angelötet; alles half nicht.

Ich habe dann Dichtfläche zwischen Gewinde und 6-Kant um 0,5 mm abgedreht und die Störung war weg.
Warum? Da das Ventil jetzt tiefer im Motor sitzt und die Ventilstange tiefer in die Wicklung der Magnetspule ragt, entwickelt diese dann beim Einschalten mehr Kraft zum Hochziehen der Stange.

Mir hat es geholfen

Viele Grüße vom Schwarzwaldrand

Rolf

Rolf

Bild von Gunter

Bei mir war es sogar mal die Sicherung (4. von links, 8A), die keinen richtigen Kontaktschluss mehr zuliess, und somit die Abschaltventile nicht ganz öffnete.

Gunter Olsowski

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