Umschaltventile Früh-und Spätverstellung

Bild von Talheim

Habe festgestellt,

dass mein 74er  RO mit 32 DDITS Doppelfallstromvergaser keine Umschaltventile für Früh- und Spätverstellung eingebaut hat.

 

Welche Teile nehmen tatsächlich Einfluss auf Früh- und Spätverstellung?

Was kann man einfach selbst prüfen?

 

Bild von Pieter Jakobs

Hallo Talheim,

 

Mein Ro ist auch nicht mit dieser Einrichtung ausgestattet, so kenne ich sie auch nicht bis ins Detail. Ich meine aber dass es eine 2-seitige Unterdruckverstellung am Zündverteiler gab. Die eine seite war für die Frühverstellung und die andere für die Spätverstellung. Beides wurde gesteuert von elektrisch gesteuerten Ventilen die direkt unter dem Vergaser montiert waren. Und sofern ich weiss wurden die gesteuert von einem Signal aus der HKZ. Aber es gibt bestimmt Clubmitglieder die hier mehr Ahnung haben als ich!

 

Mein Auto hat ein simples Thermoventil in der Vakuumleitung zur Frühverstellung. Die bewirkt einen späteren Zeitpunkt solange der Motor kalt ist. Und das soll die Aufwärmung beschleunigen.

 

Viele Grüße, Pieter

Bild von Matthias vom Bodensee

Diese Art der Zündverstellung war wohl von '73- ende '75 gebräuchlich. Mein Ro80 3/76 hat schon die vereinfachte Zündverstellung. Die Magnetventile gehen auch ab und an mal kaputt. Im Normalfall reicht die einfache Frühverstellung auch aus mit dem "Knackfrosch"-Schalter am Motor.

Man hat das damals wohl so gemacht um den Motor bzw. den Reaktor schneller auf Temperatur zu bringen. Dazu gab es die berühmte "13-Minuten-Dose", welche dafür sorgte, dass 13 Minuten Lang die Zündung auf Spät gestellt wurde um den Reaktor schneller aufzuheizen. Später ist diese Schaltung dann wieder entfallen und man hat dem Auslass sogenannte "Portliner" (vereinfacht ausgedrückt in den Auslasskanal eingesteckte Metallhülsen) eingesetzt, welche den selben Zweck erfüllen sollten.

 

Da mittlerweile sehr viele ohne Reaktor fahren bzw. die meisten ohnehin defekt sind, fällt das dementsprechend auch nicht ins Gewicht wie schnell der Reaktor heiß wird.

 

schöne Grüße

Matthias

Bild von Talheim

Herr Witzelmaier hat mir dazu  folgendes erklärt:

 

Die Umschaltventile für Früh- und Spätverstellung am 32 DDits Vergaser wurden eingebaut für:

-starker Frost

-eiskalter Motor mit wenig Kompression

Um zu verhindern, dass beim Gang einlegen der Motor abstirbt, haben die Umschaltventile auf Spätzündung umgeschaltet. Deshalb Verbindung der Umschaltventile zum Getriebe.

 

Die Umschaltventile waren anfällig.

Sind die Umschaltventile ausgebaut, ist die Unterdruckdose am Verteiler immer auf Frühzündung.

Der Unterdruck wird direkt am Anschluss bei Drosselklappe des Vergasers geholt.

Arne aus Talheim

Bild von Matthias vom Bodensee

Nunja, wann hat man denn heute noch nen eiskalten Motor oder starken Frost?

Die meisten werden ohnehin nicht mehr im Winter gefahren.

Ich bin den 1-Kerzer mit reiner Frühverstellung früher im Winter mit -15° gefahren und hatte deswegen keine Probleme auch nicht beim Gang einlegen, denn um ein Absterben des Motors zu verhindern ist ja eigentlich der Choke bzw. die Startautomatik da, die temperaturabhängig die Leerlaufdrehzahl anhebt durch Gemischanfettung.

Von dem her kann man getrost auch auf die vereinfachte Unterdruckverschlauchung umbauen und hat damit gleich zwei potentielle Fehlerquellen aus der Gleichung genommen (schon öfters auf Treffen gesehen). Ich wage auch zu bezweifeln, dass ein eiskalter Motor mit schlechter Kompression damals bei NSU den Ausschlag gegeben hat diese Konstruktion deswegen einzuführen. Wo bei NSU doch so kulant Motoren getauscht worden sind....

 

Starker Frost als Argument würde sich ja in etwa wieder mit dem decken, was ich schon erwähnt hatte, nämlich schnellere Aufheizung des Reaktors trotz kaltem Motor um die Abgasemmisionen runter zu bringen.