Frage zum Motor bezgl. Luftpumpe

in

Hallo nochmal,

 

ich habe noch folgende Frage an die Experten:

 

in meinem 73er Ro war ein 1-Kerzen-Austauschmotor (blauer Strich, keine Motornummer eingeschlagen) mit Luftpumpe und Reaktor verbaut. So weit, so stimmig.

 

Ich konnte jetzt günstig einen wie neu aussehenden 1-Kerzenmotor mit einigen fehlenden Nebenaggregaten ergattern.

 

Beim Umbau der Anbauteile fiel mir auf:

- es gibt keine Befestigungsbohrungen für den Flansch der Luftpumpe

- es gibt keine Befestigungsbohrung für die Halteklammern der Einblasleitungen

- aber: es sind Einblasöffnungen vorhanden !

 

Was also tun ? Soll ich die Luftpumpe einfach weglassen ? Müssen die Einblasöffnungen verschlossen werden ?

Soll ich Löcher bohren und Gewinde schneiden um den alten Stand wieder herzustellen ? 

 

Die eingeschlagene Motor-Nr. lautet: 6120112644

Eingeschlagen in die Gehäuse der Trochoiden ist der 16.8.1980

 

Vielen herzlichen Dank für Eure Mithilfe !

VG Sven

Bild von Guido

Seit vielen RO80 habe ich die Abgas-Reinigungsanlage stillgelegt. Die Öffnungen müssen verschlossen werden.

Dann kann man Luftpumpe, Überdruck-Geräuschdämpfer, Leitungen und Ventil kann weglassen !

 

Es muß nicht alles original sein !

Hallo Sven,

die Frage stellte sich bei meinem 75er Ro kürzlich auch. Man findet viele interessante Artikel im Forum.

 

Es gibt letztlich keine "richtige" Antwort:

- Wenn Du es Original haben möchtest, rüstest Du den neuen Motor auf.

- Wenn Du es einfacher und komplikationsärmer haben möchtest, machst Du es wie Giudo beschrieben hat (der Reaktor kann  trotzdem drinbleiben und man kann dann auch ggf. die Früh-/Spätverstellung vereinfachen/wegrüsten).

 

Bei mir wurde es Lösung 2. Ohne Luftpumpe ist er nun deutlich leiser. Auf den Motorlauf hat die Luftpumpe ja offensichtlich eh keinen Einfluss, meiner läuft weiter gut. Die Schrauben für die Einblasöffnungen gibt im Shop. Die Frühverstellung läuft nun nur noch über die Dose am Verteiler. Die Spätverstellung ist ausgebaut. Anspringen ist mit der Startautomatik kein Problem (habs allerdings noch nicht bei -20° probiert). Positiver Nebeneffekt: Der Beifahrerfussraum wird nicht mehr so brutal heiß.

Grüße aus HH

Boris

 

RO575

Hallo Boris,

 

schönen Dank für die Tipps. Welche Schraube ist es denn im shop ? Da gibt es ja mehrere...

 

VG Sven

Hallo Sven,

 

das ist die:  N297012000 009 (N1) Verschlußschraube M14x1,5

 

Schönen Vatertag !

 

Boris

RO575

Bild von Arne Kunstmann

Moin Doc Boris,
ich nehme immer die Ölablassschraube von den VW Golf, Scirocco, Passat usw aus den 70ern

Pack den Tiger in den Tank!

Bild von Sascha Scheben

BOTU schrieb:

 Auf den Motorlauf hat die Luftpumpe ja offensichtlich eh keinen Einfluss,

 

Da irrst Du Boris! Die angeschlossene Luftpumpe bringt eine Drehzahlsteigerung von um die 200 Touren.

 

Was ich mich bei Sven allerdings eher frage, warum betreibst Du den Aufwand den Motor umzubauen? Nur weil der günstig geschossene Motor besser aussieht und 1980er Trochoiden hat? Bist Du mal mit einem Endoskop in die Kanäle gegangen?

Ist der bisher verbaute Motor defekt, hat er keine Leistung, qualmt er?

Sascha Scheben, 53879 Euskirchen / NRW

5  3  1    Gletscherweiß 07/70

3  3  0    Cosmoblau  03/70

2  5  2    Lotosweiß  05/72

Bild von Andreas Müller

auch wenn dieser Thread ein wenig alt

möchte ich nur noch einen kleinen Hinweis geben: Die Gussteile (incl. Mittelteil mit der Motornummer) stammen von einem älteren Motor ohne Abgasentgiftung. Daher fehlen die oben beschriebenen Bohrungen. Die Trochoiden stammen aus der letzten Nachfertigung und haben immer die Einblasöffnungen. Der vorliegende Motor ist also schonmal überholt worden. Wenn ohne Abgasentgiftung gefahren werden soll (oder muss), dann die Bohrungen wie unten beschrieben einfach verschließen.

Bild von Matthias vom Bodensee

Da Ersatzteile für die Abgasentgiftung so gut wie nicht zu bekommen sind und die Reaktoren irgendwann auch aufgebraucht sein werden, wird bald kaum einer mehr dieses System fahren/ fahren können. 

In Anbetracht dessen wie die Luftpumpen aufgebaut sind, wundert es mich nicht, dass die der Reihe nach verrecken. Ersatzlager gibts nur zum Teil und die Überholung gestaltet sich als äußerst schwierig. Vor allem das hintere offene Lager ist ein Sonderlager, welches es nicht mal mehr in den USA gibt! Das vordere Lager ist häufig mit Kunststoff ins Alu eingegossen (ausbau des vorderen Lagers zerstört das Gehäuse).

Ich hab mal mit dem Gedanken gespielt die Lagersitze entsprechend umzuarbeiten, sodass darauf verfügbare DIN-Lager anwendbar sind, diesen Plan jedoch wieder auf Eis gelegt, weil der Aufwand zur Nachfrage in keiner Relation steht. Und vor allem für was? Dafür dass ich mit 1,5Vol% rumfahre?? Stinken tut unser Ro sowohl mit als auch ohne Abgasentgiftung und Umweltschweine sind wir nach heutigem Gesellschaftlichen Blickwinkel sowieso alle, sofern man nicht "saubere" Elektroautos fährt. (darüber kann man jetzt streiten, es spiegelt meine persönliche Erfahrung und Meinung wieder und soll jetzt keinen Anlass zur Grundsatzdiskussion bieten).

 

Fakt ist: die Pumpen sind häufig laut, die Anlage bietet eine zusätzliche Fehlerquelle die mit Stillegung verschwindet undda es bei den AU Daten sowohl für 1-kerzer als auch 4-Kerzer Daten gibt für mit und ohne Abgasentzgiftung wird der Prüfer jeweils das auswählen was verbaut ist, da bei den AU-Daten nicht dabei steht welche Abgaswerte für welches Baujahr gelten. Das sollte dann also bei der HU i.d.R. keine Probleme verursachen.

 

schöne Grüße

Matthias

Bild von Andreas Müller

Voll Deiner Meinung Matthias,

 

nur gibt es auch Ansprüche an Originalität. Habe erst vorgestern auf unserem Berliner Stammisch noch alles Werks-original und abgasentgiftet mit rd. 70tKM gesehen. Ein ganz rares Expemplar aus 1974, bei dem sogar noch alle sechs Kompressionswerte voll akzeptabel war. Hat schon was für sich. Die Luftpumpen-E-Teil-Restbestände sollten aber zu dessem Original-Fortbestand reichen...

Bzgl. der Pumpen: Die waren ja damals GM-Import aus den USA. Waren zumindest in den 1970ern in Kalifornien Standard in "Art of the Cleaning". Habe bislang keinerlei Info (vernommen), ob der dortige Markt noch etwas an E-Teilen hergibt.

Eine Überholung der Flügelzellenpumpen, meiner Kenntnis nach problematische Lager und Kohleleisten der Flügelabdichtungen, wurde immer wieder verworfen. Du hast viele technischen Hürden ja nochmal beschrieben.

In anderen Threads wurden das Thema Abgasentgiftung schon ausführlich diskutiert. Interessant ist, dass mindestens noch bis 1975 serienmäßig nicht abgeasentgiftete Motoren/Ro's für den fernen Export gebaut wurden.

Unter Berücksichtigung der KM-Leistungen unserer Ro's im Verhältnis der täglich bewegeten hochmodern-abgasentgifteten Straßen-Verstopfer kann ich jeden Kollegen der häufigen Ro-Nutzung verstehen, der die Abgastechnik einfach wie 1967 hält.

 

Ich hoffe wir sind jetzt hier nicht ganz off-topic (auch ich möchte wie Matthias keine Grundsatzdiskussion),

in jedem Falle beste Grüße aus Berlin, Andreas

Bild von Matthias vom Bodensee

Hallo Andreas,

 

die "Überholsätze" wenn ich sie überhaupt so so nennen soll halten sich mit Teilen auch schwer in Grenzen. In solchen Überholsätzen sind das vordere Lager und die Leisten zur seitlichen Führung der Fieberzellen in dem rollenähnlichen Gehäuse vorhanden. Sonst nichts. Und gerade das hintere Lager welches offen ist verreckt gern und ist aber auch in USA nicht zu bekommen. Die Amis behelfen sich hier einer Ähnlichen Methode wie bei uns: man macht die Flügelzellen einfach raus und klemmt die Pumpe vom Abgasstrom ab, weil die bei diversen Chevis quasi als Umlenkrolle fungiert und nicht einfach wegrationalisiert werden kann wie beim Ro80.

Wenn man sich das hintere Lager anguckt wird man feststellen, dass der Lagerinnenring nur 2mm dünn ist. Solch ein Lager habe ich noch nirgends gesehen. Die Abmaße zeigen ganz klar Zoll-Lager an. Die vorderen Lager haben zwei Nuten im Außenring und sobald die Dinger vorne ins Gehäuse eingepresst sind werden die über zwei Bohrungen mit flüssigem Kunststoff vergossen. So bricht dann die Hälfte des Gehäuses weg. Wie es bei ganz alten Pumpen aussieht weiß ich nicht.

Und wenn man überlegt, dass die Pumpe die Luft mitsamt dem ganzen Dreck, der ja mit dem Lüfter reingeblasen wird (Fliegen, Staub usw.) ansaugt, wundert man sich, dass die überhaupt so lange funktionieren! Diverse Pumpen anderer Amis, die der vom Ro80 ähnlich sind haben meist ein Luftfilter verbaut und saugen nicht vorne direkt hinter der Riemenscheibe sondern seitlich an. Die Luft kommt hier wohl vom Luftfilterkasten.

Grundsätzlich gäbe es DIN-Lager die man für die Pumpe verwenden könnte, aber dazu müssen die Lagersitze in den beiden Gehäusehälften angepasst sowie der Lagerring in der Rolle geändert werden. Und dann muss das ganze sehr genau sein, damit die Lager nachher durch Verspannungen nicht vorzeitig den Geist aufgeben. Also alles leider nicht so einfach wie ich ursprünglich dachte. Daher hab ich das Projekt auch vorerst auf Eis gelegt.  Aber vielleicht will sich da ja noch jemand anderes dran versuchen?

 

schöne Grüße

Matthias