Wagen springt nicht an

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Hallo zusammen,

Hier noch mal mein Problem als extra Beitrag, und nicht als Anhang zum Artikel von RORORO, Ich glaube, dann wird er eher gelesen.

Mein Wagen hat im Moment genau das gleiche Problem, was RORORO Micha in seinen Beitrag im März beschrieben hat:

Wagen springt nicht an. Werkstatt hat alles probiert. Zündung überprüft, Vergaser überprüft, HKZ getauscht, Zündtrafo getauscht, neue Zündkerzen, Alle Kabel und Anschlüsse überprüft. Leider alles ohne Erfolg.

Hatte er schon mal, nach dem Werkstattbesuch war alles wieder ok. Es wurde nur ein bißchen am Verteiler und am Vergaser rumgeschraubt, und dann lief er wieder. So richtig wußte aber keiner woran es lag. Selbst anschleppen hatte damals nichts gebracht. Jetzt habe ich das gleiche Problem wieder, mit dem Unterschied, dass diesmal auch die Werkstatt den Wagen nicht mehr in Gang bekommt. Er funkt, er bekommt Benzin, aber er läuft nicht. Das einzige, was meine Werkstatt nicht testen kann ist die Kompression, weiß jemand, ob ich mir so ein Gerät irgendwo leihen kann? Ich wohne in Osnabrück. Wobei ich mir einen totalen Kompressionsverlust nicht wirklich vorstellen kann, da der Wagen vorher ohne Probleme lief, und auch bei kalten Temperaturen ohne Probleme beim ersten Versuch ansprang, außerdem ist der Motor vor ca. 20.000 km neu gemacht worden. Mir ist der Wagen einfach nur abgesoffen, so vermute ich zumindest, da er beim Kaltstart wieder ausgegangen ist, und ich habe dann beim erneuten Startversuch Gas gegeben (Fehler?), seitdem ist nichts mehr zu machen. Auch orgeln mit rausgedrehten Zündkerzen und erneute Startversuche mit neuen Zündkerzen hat nichts gebracht. Ich hoffe, mir kann jemand helfen.

 

Danke für eure Hilfe

Gruß Markus

 

 

Moin,

 

ist er nach dem Kaltstart schlagartig ausgegangen?

So, als ob plötzlich kein Funke mehr da ist?

 

Hast Du kontrolliert, ob jetzt ein Funke ankommt?

 

Mir ist es schon zweimal passiert, daß die Kontakte des Unterbrechers plötzlich Null-Abstand hatten,

weil die Feststellschraube auf der Verteilerplatte nicht mehr genug Kraft hatte die Kontakte auseinanderzuhalten.

 

Gruß, Christoph

 

 

 

Bild von Holger

Hi,

da alle anderen offenbar Weihnachtsurlaub haben, versuche ich es einmal:

 

Da die Werkstatt die Zündung überprüft hat (vermutlich nicht nur, ob Zündfunken kommen, sondern dass auch der Zündzeitpunkt einigermaßen stimmt - das geht mit "normaler" Blitzlampe), ist der halb-lose U-Kontakt von Christoph m.E. eher nicht anzunehmen.

 

Kompression sollte sicher einmal gemessen werden. Vielleicht findet sich ein Club/Forumsmitglied in der Nähe, der ein Gerät hat? Da der Fehler so schonmal auftrat, der Motor dann aber wieder lieft, ist mangelnde Kompression aber wohl eher unwahrscheinlich. Es sei denn, es gibt folgendes Phänomen: hier im Forum wurde einmal genannt, dass die Dichtleisten klemmen können. Das könnte einen sporadischen Fehler erklären. Eine Kompressionsmessung würde das erkennen.

 

Da ja sonst alle relevanten Dinge schon geprüft und auch die HKZ schon getauscht wurde, würde ich erstmal davon ausgehen, dass zündfähiges Gemisch und ein Zündfunke bereitgestellt wird. Vielleicht kommt letzterer aber nicht da an, wo er hinsoll: es gab doch extra ein Werkzeug zur Reinigung des Schusskanals. Wenn der zugesetzt ist, kommt der Zündfunke ja nicht bis zum Gemisch. Den Schusskanal kann man auch ohne spezielles Werkzeug reinigen - bei den späten Motoren mit nicht-zentrisch angeordnetem Schusskanal geht es sowieso nicht anders. Ich weiß nicht, ob das sehr wahrscheinlich ist, aber jedenfalls ist es ne Kleinigkeit, das mal zu prüfen / zu korrigieren.

 

Beste Grüße und viel Erfolg bei der Fehlersuche

Holger

 

 

 

 

 

 

 

Bild von Andreas Meyer

Hallo,

 

Ferndiagnose ist immer schwierig...

 

Klemmen der Dichtleisten kann man bei einem überholten Motor auf jeden Fall ausschließen. Sowas ist nur bei Motoren möglich, die innerlich total verrußt sind und das ist hier sicher nicht der Fall.

 

Auf keinen Fall darf der Schusskanal gereinigt werden! Bei Motoren der neueren Generation (ab etwa 72) wurde ein exzentrischer Schusskanal verbaut. Wer da mit dem Schusskanalreiniger rangeht, zerstört den Schusskanal! Der Schusskanalreiniger stammt aus den Zeiten der Zweikerzenmotoren, die bedingt durch die Spulenzündung probleme mit verrußenden Kerzen hatten. Mit dem Einkerzenmotor wurde ja dann die HKZ verbaut und die Probleme mit dem Verrußen waren weitgehend abgestellt.

 

Um jetzt zum eigentlichen Problem zu kommen - ich gehe mal davon aus, dass alles richtig eingestellt ist und hoffentlich auch bei der Fehlersuche niemand Zündungs- und Vergasereinstellung verändert hat. Denn wenn das Auto vorher einwandfrei lief und jetzt auf einmal nicht mehr, kann es ja auch nicht an der Einstellung liegen. Mögliche Fehler sind nur Kraftstoffmangel oder Probleme mit dem Zündfunken. Wenn nun die Kerzen nass sind, ist Kraftstoffmangel wohl auszuschließen. Also bleibt ein möglicher Defekt der HKZ, Zündtrafo, Zündkerzen, Zündkabel, Kerzenstecker, Unterbrecher. Wenn der Zündfunke zu schwach ist oder unregelmäßig, läuft der Motor auch nicht.

 

Rotierende Grüße
Andreas

 

Andreas Meyer, 2. Vorsitzender, Ro 80 Club International e.V. - Verein für Kreiskolbentechnik

Bild von Pieter Jakobs

Bin ganz einer Meinung mit Andreas. Ich denke Sie sollten bei der Fehlersuche prüfen ob die Methodik OK ist. Mit einem einfachen ohmmeter kann man schon, ohne dass der Kontakt eigeschaltet ist, prüfen ob der Zündzeitpunkt (etwa) stimmt. Haben Sie wirklich neuwertige Testkerzen benutzt? Sind die Zündkabel wirklich einwandfrei? Ist die benutzte test-HKZ tatsächlich OK? Ich denke irgendwo steckt in der testmethode ein Fehler oder werden fehlerhafte Teile benutzt,

 

Gruß,

Pieter

Bild von ingbw

Hallo zusammen,

 

hier mal die Erfahrungen, die ich kürzlich gemacht habe.

Feuchte Zündkerze kann auch nur Öl sein, also Spritleitung ab und Spritfluß checken, Vergaserfunktion prüfen. Bei mir war im Tank das Auslaufrohr zugerostet. Tank getauscht.Danach sprang der Ro an. Das Fahrzeug hatte ich funktionierend in der Garage abgestellt und wollte es nach 20 Jahren wiederbeleben.

Nach Einbau eines funkelnagelneuen AT-Motors, Kontakt und Zündung richtig eingestellt, Motor springt nicht an. Kerzen raus, Funke kommt (Vorsicht Explosionsgefahr wegen Knallgas von Batterie), Benzinpumpe fördert, Vergaser gesäubert und durchgeblasen, Motor durchdrehen lassen mit Lappen vor dem Kerzenloch, Kerzen gesäubert und vorgewärmt alles zusammengebaut, springt nicht an. Habe dann die Kontakflächen des Unterbrechers mit feinen Schmirgel bearbeitet und mit Bremsenreiniger besprüht, Motor springt an. Danach dann gleich mal bei uns 2x die Stadtautobahn rauf und runter, damit der ganze Mist aus dem Motor fliegt.

Das gleiche Problem hatte ich vor vielen Jahren schon einmal nach langer Standzeit.

Bei Ro's mit HKZ fließt kaum Strom über den Unterbrecherkontakt, d.h. der "brennt" sich nicht frei und verschleißt auch nicht sondern zeigt eher den gegenteiligen Effekt, dass er geschlossen keinen "Durchgang" hat, weil die Kontakflächen nichtleitend werden (Oxidation, Schmutz?).

Ich drück die Daumen und einen guten Rutsch, hoffentlich mit Ro ins Neue Jahr

 

Joachim

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noli turbare circulos meos (Archimedes)

Danke für eure Antworten.

Ich werde Montag mal alles, was ihr geschrieben habt mit der Werkstatt durchsprechen. Ich habe übrigens vergessen euch zu schreiben, dass ich einen elektronischen Hallgeber verbaut habe, da die Kerzen aber zünden, hatte ich ihn bis jetzt nicht in verdacht. Vielleicht liege ich da falsch.

 

Erst mal Danke für eure Hilfe. Wenn jemanden noch etwas einfällt, ich bin für jeden weiteren Tip dankbar.

Werde berichten, wie es weitergegangen ist bei der Fehlersuche.

 

Gruß Markus

Bild von ingbw

Damit entfällt ja die Fehlermöglichkeit Unterbrecherkontakt.

 

Joachim

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noli turbare circulos meos (Archimedes)

Hallo Markus,

ich bin Neumitglied und schmökere gerne im Forum. Für mich ist die Geschichte irgendwie nicht abgeschlosen.

Hast Du letztendlich den Fehler gefunden?

 

Gruß!

Sancho

Hallo,

welchen Vergaser hat er denn? Wenn es der alte mit dem Choke ist, darfst Du kein Gas beim Starten geben, einfach nur den Zug auf ca zwei Drittel rausziehen und orgeln bis er kommt. Wenn Du gleichzeitig Gas gibst säuft er gerne ab.

Wie sehen denn die Kerzen aus, sind die nass? Wie ist die Anlaßdrehzahl, so wie sonst oder schneller? So wie sie ist, wenn die Kerzen raus sind? Dann hast du wohl ein Problem mit der Kompression.

Hast Du es mal mit Startpilot probiert?

Bei mir gab´s mal ein Problem  mit dem kleinen Massekabel im Verteiler, das die Unterbrecherplatte mit dem Gehäuse verbindet. Das war eigentlich abgerissen, aber irgendwie holte sich der Strom über Umwege Masse aber eben nicht immer. Da habe ich lange nach gesucht...

Hast Du mal den ohmschen Wiederstand zwischen den beiden Kontaktflächen des Zündkontaktes gemessen. Da dürfen höchstens 50 Ohm anliegen.

Ich glaube, das bei Deinem Ro nicht ein einzelnes Bauteil aufgegeben hat sondern das es verschiedene Defekte sind, die sich summieren.

viel Spass bei der Suche!:

Arne

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!