Instrumentenfrage

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Werte Freunde des Wankelmotors!

 

Bei mir steht demnächst die Restaurierung eines Citroën GS Birotor an. Da ich bisher keine Erfahrungen mit dem Wankelmotor habe wende ich mich jetzt an Euch, denn ich habe eine Frage bezüglich der Instrumentierung des Armaturenbretts. Sieht man sich das Armaturenbrett des Birotors an dann ist man auf den ersten Blick beeindruckt von der Fülle an "Uhren" und könnte auf die Idee kommen man wäre damit auch bestens informiert. Bei näherer Betrachtung stellt man jedoch fest, dass dem gar nicht so ist, denn es gibt (sieht man einmal vom Drehzahlmesser ab) keinerlei Informationen darüber wie sich der Motor fühlt. Dafür sind Warnleuchten zuständig die sich natürlich erst melden wenn es quasi schon zu spät ist. Um dem abzuhelfen möchte ich aber keine zusätzlichen Instrumente instalieren, denn das originale Erscheinungsbild des Armaturenbretts soll erhalten bleiben und neue Löcher möchte ich schon gar nicht bohren. Es gibt aber ein Instrument das ich für entbehrlich halte und zwar ein Amperemeter, dass den Ladezustand der Batterie überwachen soll. Dieses möcht ich gerne austauschen gegen eine "Uhr" die mich über das Wohlbefinden des Motors unterrichten soll. Die Frage ist nur (und jetzt kommt Ihr ins Spiel) welche? Da der Birotor gleich zwei Elektrolüfter vor dem Kühler hat könnte man auf die Idee kommen, dass die Wasserthemperatur eventuell problematisch werden könnte. Ist ein Wasserthermometer daher die beste Wahl? Oder doch besser ein Ölthermometer? Wie steht es aber mit dem Öldruck? Aus diesen drei wichtigen Anzeigen muss ich nun eine auswählen und ich hoffe, dass Ihr mir mit Eurer großen Wankelerfahrung dabei helfen könnt die richtige Wahl zu treffen.

 

Grüße

Guido Keffel

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Für den Motorzustand sind unbedingt nötig: Wasser-Temp + Öldruck .

Wenn Du da nur Warnleuchten hast, dann  würde ich auf jeden Fall die Wassertemp irgendwohin nachrüsten. Du weißt dann, wann Du den Motor belasten kannst und Du weißt, wann Du ihn entlasten mußt !  Öldruck ist sekundär, da die Pumpen sehr zuverlässig sind.

Wenn Dein Auto eine Drehstromlima hat, brauchst Du sicher kein Ampermeter.

 

Es muß nicht alles original sein !

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Nachtrag : Wenn Du nur die Elektrolüfter hast, ist es sehr sinnvoll, einen zusätzlichen Schalter zu haben, miit dem Du einen oder beide Lüfter schon mechanisch zuschalten kannst, bevor die Lüfter über den Sensor anlaufen.

Dann hast Du die Wassertemp. schon früher im Griff, bevor der Motor in heiße Bereiche kommt.

 

Es muß nicht alles original sein !

Bild von Sascha Scheben

Hallo Guido!

Mit dem Birotor hast Du Dir aber ein feines Schätzchen vorgenommen, viel Erfolg und Glück bei der Restauration!

 

Ich habe auf Treffen schon bei einigen Ro80 zusätzlich installierte Instrumente gesehen (2er oder 3er "Uhren").

Manche an exponierter Stelle, andere für den Fahrer einsehbar, doch ein wenig versteckt und nicht auf den ersten Blick als vielleicht störender Fremdkörper sichtbar.

 

Gegebenenfalls wäre dies doch eine Option, denn wer weiss, wie der GS reagiert, wenn Du im im Kombiinstrument herum bastelst. Ein Teil der Originalität wäre mit einer Abänderung dann dort passé, vielleicht kannst Du darum mit zusätlichen Instrumenten an anderer Stelle besser leben?

 

Du wirst sicher eine Entscheidung treffen mit der Du am besten leben kannst und neben mir gibt es bestimmt noch andere Interessierte, die sich hin und wieder über einen Fortschrittsbericht oder Fotos freuen.

 

Gutes Gelingen!

 

 

Sascha Scheben, Euskirchen

No Rotor, no Motor! (Hast Du einen Ro-Rotor, hast Du einen ZündTRAFO!)

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Hach, das tue ich mir nicht mehr an. Da hast Du gedacht, ich mache das- nein ich habe nur einen Kommentar verfaßt.

Mein mit Sicherheit letztes größeres Projekt, ist der 871er-Einspritzmotor in einen Audi 100 !

 

 

Es muß nicht alles original sein !

Bild von AMEN

Guten Tag Herr Keffel

 

Ich erlaube mir Ihnen folgenden Kontakt zu nennen, falls noch unbekannt:

Martin Rudolf,Dipl. Ing. ---Er ist nicht nur Clubmitglied bei den schweizer RO-80 Kameraden, revidiert Wankelmotoren, sondern hatte vor 2 Jahren auch einen GS Birotor bei sich und zum Verkauf.

Er kann bestimmt Detailfragen zur Technik beantworten.

Beste Grüsse aus der Schweiz

 

PS: Bitte stellen Sie doch ein paar Fotos und Fortschritte Ihres spannenden Projektes ins Forum unter "andere Wankelfahrzeuge". Ich bin gespannt....

 

martin@madmotors.ch

 

 

Être Prussien est un honneur, mais pas plaisir.

Bild von Bernd.H

Zusatzinstrumente erscheinen einem manchal notwendig so lange man noch keine Routine mit dem neuen Fahrzeug besitzt.

Ist diese irgendwann vorhanden werden sie schnell uninteressant und nerven aufgrund ihrer "hübschen" optischen Wirkung.

So war es auch bei dem Vorbesitzer meines Wagens. Noch heute zieren dort zwei Löcher oben auf der Abdeckung des Armaturenbrettes von dem temporären Wunsch nach "unbedingt nötigen" weiteren Anzeigen, die heute Gott sei Dank längst wieder abgebaut sind.

Was ich damit sagen will ist das du dir die Anbringung bzw. Befestigung zwecks evtl. später nötigen leichten Rückbaus genau überlegen solltest.

 

Beim optisch unaufälligen Austausch eines Serieninstrumentes entfällt das zuvor genannte natürlich.

Ich persönlich würde wohl eine Anzeige für die Wassertemperatur einbauen anstatt des Amperemeters.

 

Grüße

 

Bernd

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Hallo liebe Wankelfreunde!

inzwischen sind ja schon ein paar Antworten zu meiner Anfrage eingegangen. Es beziehen sich zwar nicht alle direkt auf meine Frage, aber tendenziell zeigt sich doch, dass wohl das Kühlwasserthermometer das wichtigste Instrument ist. Das hatte ich mir auch schon so gedacht, aber da ich, wie schon gesagt, keine Erfahrungen mit den wankelspezifischen Eigenheiten habe, wollte ich doch besser den Rat von Euch dazu einholen. Nun muss ich mich auf die Suche nach solch einem Instrument der Marke 'Jaeger' machen. Diese "Uhren" wurden in viele italienische Fahrzeuge, mit immer leicht variierter Bedruckung des Zifferblatts, eingebaut. Das gleiche Druckbild wie bei meinem Birotor habe ich bisher noch nicht finden können. Aber ich bin noch am Anfang der Suche. Vielleicht habe ich ja Glück. Ansonsten muss ich mir eben ein Zifferblatt drucken lassen. Probleme bei der Umrüstung von Amperemeter auf Thermometer wird es vermutlich nicht geben, denn das Armaturenbrett ist mit Einzelinstrumenten ausgestattet die auch einzeln zu entfernen sind, also kein Kombiinstrument.
Es kamen schon Anfragen ob ich nicht Fotos der Restaurierung mit Euch teilen möchte. Dazu kann ich im Moment nur sagen: Ich habe noch gar nicht angefangen!
Ich bin noch in der Phase der Vorplanung, aber wenn es denn so weit ist, dass ich loslege, dann will ich gerne mal ein paar Fotos beisteuern.
Dank an 'AMEN' für seinen Tip aus der Schweiz. Mein Motor ist zur Zeit noch ungeöffnet und ob ich technische Hilfe in Anspruch nehmen muss wird sich zeigen. Ich wohne in Ostfriesland, also denkbar weit weg von der Schweiz. Das macht die Sache etwas schwierig.
Ich danke Euch auf jeden Fall für Eure Kommentare. Aber habt Geduld. Ich bin nicht der Schnellste. Wenn es Neues gibt werdet Ihr es aber erfahren.

Viele Grüße
Guido Keffel

Bild von TERTIA

Hallo Guido,

 

ich habe mir für alle meine Oldtimer einen Temeratur-Monitor gebaut, bin gerade dabei statt Tankinhalt den Öldruck mit auf zu nehmen.

Ist leicht zu installieren, alle Temp.-Fühler hängen parallel an eine 3-adrigen Leitung.

Ist etwas Lötarbeit,! Controller mit passender Firmenware gibt es bei mir für wenig Geld!

 

http://www.ankahe.de/TempMonitor.html

 

Grüße aus Thüringen

Andreas

Bild von ROCKETPORT

Hallo Andreas!

 

Ein interessanter Vorschlag den Sie hier machen, mit dem man wirklich umfassend informiert ist über die Verhältnisse die im Motor herrschen. Da ich das originale Erscheinungsbild des Armaturenbretts nicht verändern oder stören will kommt für mich natürlich eine Digitalanzeige im 70er-Jahre-Auto nicht in Frage. Man könnte natürlich überlegen ob man eine klappbare Lösung probiert, also ein Display das verborgen unter dem Armaturenbrett an einem Gelenk befestigt ist und dann gegebenenfalls herausgeschwenkt wird um es dann ablesen zu können. Ich werde darüber nachdenken.
Ich habe Ihre Seite besucht auf der Sie den Umbau vorstellen und Sie schreiben dort, dass Ihrer Meinung nach die analogen Temperaturanzeigen ungenau seien weil sie immer in der Mitte stehen bleiben. Das ist nicht so! Ganz im Gegenteil. Analoganzeigen sind eigentlich genauer als Digitalanzeigen da sie nicht auf die Abstufungen der Digitalanzeigen angewiesen sind. Eine Digitalanzeige kann immer nur den Schritt von einer Stufe zur nächsten anzeigen, also von einem Grad° zum nächsten, oder von einem Zehntel° zum nächsten. Die Analoganzeige schert sich nicht um Stufen. Sie zeigt kontinuierlich und stufenlos an, auch die millionen Schritte die theoretisch zwischen zwei Stufen liegen. Der Ablesbarkeit sind natürlich durch kleine Anzeigen mit dicken Zeigern Grenzen gesetzt. Aber im Auto ist es ja gar nicht wichtig die Schwankungen in solch kleinen Bereichen zu visualisieren. Dort geht es eher um Tendenzen und genau deshalb ist die analoge Temperaturanzeige meistens so ausgelegt, dass sie bei Optimaltemperatur des Motors genau in der Mitte steht. Wenn der Zeiger in der Mitte steht und somit das Anzeigeinstrument in zwei Hälften identischer Größe unterteilt dann empfindet das Auge dies als symmetrisch, als angenehm, als Normalzustand. Bewegt sich der Zeiger auch nur ein klein wenig nach rechts oder links dann empfindet das Auge dies als Störung der Symmetrie und versetzt den Fahrer des Wagens sofort in "Alarmzustand" der dazu führt das Instrument genauer dahingehend zu Beobachten ob die angezeigte Tendenz weiter anhält oder sich wieder abschwächt. Ob bei einer Digitalanzeige nun 80°C oder 90°C steht ist dem Auge herzlich egal. Es entsteht kein "Alarmzustand" denn es sind für das Auge nur gleichwertige Zahlen zu sehen. Erst das im dauernden Betrieb der Maschine erlangte Wissen darum bei welcher Zahl der Normalzustand herrscht macht die Digitalanzeige interpretierbar. In der Ablesbarkeit sind die analogen Instrumente daher meiner Meinung nach klar im Vorteil. Wenn ein Fahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist und das Fahren selbst, das Beherrschen des Autos ihm hohe Konzentration abverlangt, dann genügt ein flüchtiger Blick um die Zeigerstellungen zu deuten. Auf die Zahlen der Digitalanzeigen muss er sich jedoch einlassen. Es verlangt wiederum Konzentration um die Zahlen lesen zu können, denn ein flüchtiger Blick reicht meist nicht aus um erkennen zu können ob in der Temperaturanzeige nun 85 oder 89 gestanden hat. Dazu hat der Fahrer der sich auf Fahrdynamik und Verkehrsverhältnisse konzentrieren muss aber keine Zeit.
Dass der Zeiger des analogen Temperaturinstruments während der Fahrt auch dauerhaft in der Mitte stehen bleibt ist ebenfalls keine Ungenauigkeit, denn der Zeiger ist ja dazu in der Lage kleinste Veränderungen anzuzeigen. Das dauerhafte Verharren liegt einfach daran, dass in einem thermostatisch geregelten Wasserkreislauf keine großen Themperaturschwankungen entstehen. Ich fahre täglich einen Audi TT der ersten Serie (auch wie der RO80 eine Designikone). Der Audi bietet die Möglichkeit über das digitale Display der Klimaanlage alle möglichen Parameter (über 70 an der Zahl), wie Wassertemperatur, Außentemperatur, Motor(Öl)Temperatur etct. In digitaler Weise abzurufen. Auch die digitalen Zahlen die dort zu den Temperaturwerten angezeigt werden verharren stoisch bei einem Wert wenn der Motor erst einmal warm ist! Vergleicht man die Digitale Wassertemperatur mit der analogen Anzeige im Instrumentenbrett, die der Audi ebenfalls besitzt, dann herrscht dort immer absolute Übereinstimmung, also keinerlei Ungenauigkeit. Nun geschieht die Ansteuerung der analogen Uhren bei modernen Autos, wie meinem Audi, ebenfalls digital, insofern war kein Unterschied zwischen der digitalen und der analogen Anzeige zu erwarten. Wichtig ist doch zu zeigen, dass während des normalen Betriebs nur geringe oder gar keine Schwankungen der Temperatur entstehen. Das mag in extremen Situationen, wie Bergfahrten, Vollgasfahrten und anderen natürlich anders sein.
Auch wenn die analog angezeigte Temperatur von 90°C in einem historischen Fahrzeug vielleicht in Wahrheit nur 85°C ist: Analoge Instrumente haben meiner Meinung nach im Auto im täglichen Gebrauch trotzdem Vorteile, denn wichtiger als der wahre Wert ist die Tendenz, die Veränderung die das Instrument dem Fahrer anzeigt und die gute Ablesbarkeit.

 

Viele Grüße an die Wankelgemeinschaft
Guido Keffel

Bild von TERTIA

Hallo Guido,

 

Danke für die umfangreiche, informative Antwort!

Ich bin der selben Meinung wie Du, das schöne, klassische Erscheinungsbild des RO 80-Amaturenbrett sollte nicht verändert werden! 

Deshalb sitzt auch mein Temperatur-Monitor etwas versteckt unter der Ablage, keine gute Ablesbarkeit!

 

Nachteil der Analogen Technik, es wird eine Spannungsabfall gemessen und angezeigt. Der Messstrom ändert sich durch Widerstände in Verbindungskabeln und Kontaktstellen die das Messergebnis beeinflussen. Solche Widerstände beeinflussen den digitalen Temp-Sensor nicht. Ich könnte mein Display als gut ablesbare Balkenanzeige umprogrammieren, aber ich persönlich habe gerne viele Informationen auf einmal. Interessant z.B. das Verhältnis Wasser/Öl-Temperatur beim Warmlauf, Abhängigkeit Drehzahl/Oltemperatur.oder Abhängigkeiten verschiedener Temperaturen von der Außentemperatur. Interessant ist auch die Auswerteung der Voltmeters in meiner Anzeige, die mir schön zeigt, wie die RO 80-Lima bei hohen Strom in die Kniee geht.

 

Die neu Anzeigentechnik ist nur digital, mehrere gleiche Anzeigen beziehen sich immer auf den gleichen Ausgangs-Speicherort. Die Frage ist nur, wann und wie oft wird dieser Speicherort aktualisiert!

 

Gruß Andreas

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Bild von Sascha Scheben

Hallo Andreas und natürlich auch ein hallo in die interessierte Runde!

Bei dem digitalen Display würde mir spontan eine "Klapplösung" einfallen, entweder unter dem Armaturenträger, aus der Ablage unter dem Radioschacht heraus oder vielleicht, wenn es nicht so breit ist, im Aschenbecher!

 

Bastler an die Front!

Sascha Scheben, Euskirchen

No Rotor, no Motor! (Hast Du einen Ro-Rotor, hast Du einen ZündTRAFO!)

Liebe Freunde,

seit ich Auto fahre, und bei Vadders K70 auch schon vorher, baue ich Zusatzinstrumente ein, sehr gerne von VDO oder Motometer.
Sicherheitsgurte am allerliebsten von Autoflug, aber shit auch, die haben keine mehr für Autos...
Noch so ne Marotte von mir ist es, Mittelkonsolen selber zu bauen um dort z. B. Zusatzinstrumente einzubauen.
Beim Ro80 halte ich folgendes für gut:
Öltemperatur, Öldruck und Ampermeter. Wer noch Platz in seiner Konsole hat, kann auf ein Voltmeter zurück Greifen.
Ob es ab Werk eine Mittelkonsole gab, weiß ich nicht, jedenfalls gibt es Ros die eine haben...

MERKE: Überholen ohne einzuholen ist die Devise,
ein Kreis ist eben ein rundes Quadrat!!!

Bild von Guido

KLASSE - GEIL - Prima !!!!!

 

Es muß nicht alles original sein !